Wetterauer Zeitung – Mit dem »Schlitzer« 5 Kilo Drogen gekauft

22-Jähriger zu einem Jahr und sechs Monaten auf Bewährung verurteilt- Mit Auto und Bike zum Coffee-Shop

(chh). Zusammen mit dem sogenannten Schlitzer soll Felix K. im Juli diesen Jahres in Holland 4,5 Kilogramm Amphetamine und 600 Gramm Marihuana gekauft haben. Dafür musste er sich gestern vor dem Gießener Landgericht verantworten. Der An geklagte zeigte sich geständig und wurde vom Vorsitzenden Richter Dr. Dietwin Johannes Steinbach zu einer Haftstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Das Verfahren gegen den »Schlitzer« wird gesondert verhandelt. 

4,5 Kilogramm Amphetamine und rund 600 Gramm Marihuana sollen Felix K (Name geändert, die Redaktion) und Patrick W. in einem heruntergekommenen Vorort von Maastricht gekauft haben. 3,5 Kilo der synthetischen Drogen und die Hälfte des Marihuanas sollten an W. gehen, in der Wetterau als »Schlitzer« bekannt. Für den Rest musste sich gestern vor Gericht der 22-Jährige aus Weilmünster verantworten. Der »Schlitzer« wartet noch auf seinen Prozess. Sein Verfahren wird getrennt verhandelt, auf ihn könnten noch Anklagen wegen Waffenbesitz und Volksverhetzung zukommen. Der Echzeller sitzt derzeit in Untersuchungshaft.

Gleich zu Beginn des Verhandlung berieten sich Verteidigung, Staatsanwaltschaft und Richter Steinbach und stellten dem 22-jährigen Angeklagten eine maximale Bewährungsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten in Aussicht. Voraussetzung: ein umfassendes Geständnis. K. willigte ein und schilderte detailliert den Tathergang.

Den »Schlitzer« habe er rund ein Jahr vor dem Drogendeal kennengelernt. »Ein Freund von mir war mit Patrick befreundet, ich glaube, sie sind zusammen in die Schule gegangen«, berichtete der 22-Jährige. Da W. ein Tattoo-Studio besitzt, sei man häufiger nach Echzell gefahren, auch weil sich die Freundin des Angeklagten ein Piercing stechen lassen wollte. Irgendwann habe ihn W. gefragt, ob er Interesse habe, in Holland Drogen zu kaufen. K. stimmte zu.

Vor Coffee-Shop Dealer angesprochen

»Wir sind dann zusammen nach Maastricht gefahren. Patrick hat vor einem Coffee-Shop jemanden angesprochen und nach Drogen gefragt«, erklärte der Angeklagte. Die Kontakte waren geknüpft, W. und K. machten sich wieder zurück nach Deutschland. Der 22-Jährige fuhr anschließend mit seiner Freundin in den Urlaub, der »Schlitzer« noch ein paar Mal nach Holland, um den Deal vorzubereiten. Noch im Urlaub rief der »Schlitzer« K. an: »Er sagte mir, wir müssen uns dringend, treffen, wenn ich wieder zu Hause bin.« Konkret über den geplanten Deal habe man nicht gesprochen. »Patrick hatte den Verdacht, dass die Polizei sein Handy abhört«, begründete der 22-Jährige. Der »Schlitzer« sollte Recht behalten, wie sich später herausstellte.

Kurz nach der Rückkehr aus dem Urlaub war es dann soweit, am Abend des 7. Juli machten sich die beiden auf in Richtung Holland. K. fuhr mit seinem Wagen, Patrick W. folgte auf einem gemieteten Motorrad. »Damit er schneller vor der Polizei fliehen kann«, sagte K. auf Nachfrage des Richters. In Maastricht stoppten sie an einer Tankstelle. »Patrick rief die beiden Dealer an. Kurze Zeit später tauchten sie auf, und wir fuhren gemeinsam in einen heruntergekommenen Vorort«, erinnerte sich der junge Mann aus Weilmünster. In einer Wohnung legten K. und W. zusammen rund 7000 Euro auf den Tisch, sie erhielten eine Tüte mit 4,5 Kilogramm Amphetamine und eine Tüte mit 600 Gramm Marihuana.

Mit dem Motorrad über die Grenze

Ohne die Ware zu wiegen – der Angeklagte sagte dem Richter, er habe W. vertraut, außerdem habe er Angst vor den Dealern gehabt – machten sich die beiden zurück nach Echzell. Die Drogen transportierte der »Schlitzer« auf dem Motorrad im Rucksack, K. folgte in seinem Auto. Als er gegen 4 Uhr morgens die Hofreite in Echzell erreichte, sei er direkt festgenommen worden. »Ich glaube, die Polizei hatte Patrick auch schon gefasst.«

Korrekt, wie ein Polizist gestern im Zeugenstand bestätigte. »Wir haben Patrick W. schon seit Anfang des Jahres umfangreich überwacht«, berichtete der Beamte der Polizeistation Wetterau. Demnach habe es schon mehrere verdächtige Fahrten gegeben, bei denen der »Schlitzer« ein schnelles Motorrad gemietet hatte. Daher observierten die Beamten den Gettenauer auch am 7. Juli. Wir haben die Fahrt nach Holland mit technischen Mitteln begleitet«, sagte der Polizist. Auf Nachfrage des Verteidigers erklärte er, dass man das Handy des »Schlitzers« geortet habe. In der Wohnung des 25-Jährigen erfolgte dann der Zugriff.

Sympathien für rechte Szene

Das umfassende Geständnis zeigte Wirkung: Staatsanwältin Dr. Carina Heublein plädierte für eine Haftstrafe von einem Jahr und neun Monaten zur Bewährung. Für den Angeklagten spreche seine umfassendes und frühes Geständnis, gegen ihn die große Menge der gekauften Drogen und seine Vorstrafe. Im November 2009 war der junge Mann verurteilt worden, weil er bei einem Fußballspiel ein T-Shirt mit rechtsradikalem Aufdruck getragen habe. Beim Polizeiverhör nach seiner Festnahme im Juli habe er gesagt, mit der rechten Szene zu sympathisieren. Vor Gericht betonte K. seine Gesinnung habe sich inzwischen geändert.

Sein Verteidiger forderte drei Monate weniger. Sein Mandant sei noch sehr jung und zudem auf einem sehr guten Weg. Seit Kurzem sei er als Handwerker selbstständig.

Richter Steinbach folgte dem Plädoyer des Verteidigers und verurteilte den Angeklagten wegen der unerlaubten Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in Tateinheit mit unerlaubtem Handel zu einer Haftstrafe von einem Jahr und sechs Monaten auf Bewährung. Zudem muss er 1000 Euro an die Staatskasse zahlen und regelmäßige Drogentests nachweisen.

»Sie haben sich von starken Männern beeinflussen lassen. Nicht Sie hatten das Sagen, sondern W. Sie waren ein Mitläufer. Trotzdem, Sie haben eine schwere Straftat begangen. Es ist notwendig, dass Sie sich aus dem Dunstkreis des Drogenhandels fernhalten.«

Ein Termin für die Verhandlung gegen den »Schlitzer« steht noch nicht fest. 

© Wetterauer Zeitung 26.10.2011

Wetterauer Zeitung – Verdacht auf Drogenhandel

Bekannter des „Schlitzers“ steht ab heute vor Gericht Echzell
(dab). Heute beginnt vor dem Landgericht Gießen der Prozess gegen einen 2l-Jährigen aus dem Kreis Limburg-Weilburg. Er war am 7. Juli zusammen mit dem sogenannten „Schlitzer“ verhaftet worden. Der Zugriff erfolgte, als die beiden von einer mutmaßlichen Drogenfahrt in die Niederlande zum Haus des 25-jährigen Gettenauers zurückkehrten: Die beiden hatten 4,5 Kilogramm Amphetamin und rund 600 Gramm Marihuana im Gepäck, als die Polizei sie dingfest machte.

Wann dem „Schlitzer“ der Prozess gemacht wird, ist noch unklar. Gut möglich, dass er sich nicht nur wegen Drogenhandel verantworten muss: Die Polizei ermittelt auch wegen Waffenbesitz und des Verdachts der Vdlksverhetzung.

© Wetterauer Zeitung 25.10.2011

Wettbewerb des BfDT – „Aktiv für Demokatie und Toleranz“

Das Bündnis für Demokratie und Toleranz hat in diesem Jahr einen Wettbewerb ausgeschrieben, bei dem sich Vereine, Projekte, Initiativen und Einzelpersonen die zielgerichtete zivilgesellschaftliche Aufgaben übernehmen, bewerben können.

Auch wir haben uns bei diesem Wettbewerb angemeldet.

..“Den preisgekrönten Initiativen und Projekten winken Geldpreise im Wert von 2.000 bis 5.000 € und eine verstärkte Präsenz in der Öffentlichkeit.“…

Mit dem Wettbewerb „Aktiv für Demokratie und Toleranz“ trägt das Bündnis für Demokratie und Toleranz (BfDT) vorbildliche und nachahmbare Projekte und Initiativen aus ganz Deutschland zusammen. Für das BfDT als Ansprechpartner und Impulsgeber der Zivilgesellschaft ist der Wettbewerb ein wichtiges Mittel, seine Aufgaben zu erfüllen, neue Partner zu finden und zivilgesellschaftliche Aktivitäten und Bedürfnisse zu identifizieren. Einmal im Jahr werden die besten Projekte ausgewählt und mit Preisen gewürdigt. Dabei geht es nicht darum, die „einmalige“ Aktion aufzuspüren, sondern vielmehr die Vielfalt der vorhandenen und auf Nachhaltigkeit angelegten Konzepte sichtbar zu machen. Als Best-Practice-Beispiele, denen durch die öffentlichen Preisverleihungen zu noch größerer Bekanntheit verholfen wird, sollen sie auch andernorts Projektideen Pate stehen und Menschen zur Nachahmung anregen. Denn jede/r kann im eigenen Lebensumfeld etwas für unsere Demokratie tun!“

 

Download Ausschreibungsflyer*

 

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Wetterauer Zeitung – Von der Wiesegasse zur Biogasanlage

»Tour de Natur« der Grünen von Staden nach Echzell bis Berstadt und zurück

(pm). Die zweite »Tour de Natur« in der mittleren Wetterau unter Federführung des Florstädter Ortsverbands (unterstützt durch die Ortsverbände Reicheisheim, Echzell und Wölfersheim) hatte einen erfolgreichen Verlauf. Begleitet wurde die Tour auch von zwei Abgeordneten aus dem Land- und Bundestag. »Ellen Enslin und Priska Hinz waren begeistert von den drei spannenden Vorträgen, die ihnen das politische Alltagsgeschäft ländlicher Kommunen näherbrachte«, sagte die Florstädter Grünen-Vorsitzende Gudrun Neher.

Start war am Stadener Sauerbrunnen, der sich derzeit in einem schlechten Zustand befindet. Die Florstädter Grünen konnten aber berichten, dass in Kürze Sanierungsarbeiten in Auftrag gegeben würden. Es handele sich um ein komplexes Vorhaben, da der Untergrund stark in Bewegung sei.

Die erste Etappe ging vorbei an Leidhecken, mit Blick auf den Reichelsheimer Flugplatz, bis zum Bingenheimer Ried. Dort tarf man auch auf den Seidenreiher, der »in unseren Breiten ganz selten zu sehen ist«, wie Diplomforstwirt Klaus Seipel in seinen Kurzvortrag über die Bedeutung  des Naturschutzgebietes sagte.

Weiter ging es in der zweiten Etappe vorbei an Bingenheim bis nach Gettenau in die Wiesengasse. Gegenüber dem Domizil der »Old Brothers« traf man sich mit Vertretern des Vereins »Grätsche gegen Rechtsaußen«, die über die Aktivitäten des letzten Jahres sowie über die aktuelle Situation – ein wichtiger Protagonist der rechtsextremen Gruppe befindet sich in Untersuchungshaft – berichteten. Manfred Linss vertrat die Einschätzung, dass sich die Existenz rechtsradikalen Gedankenguts bei Jugendlichen mit der Inhaftierung des »Schlitzers« nicht erledigt habe, denn es gehe hier um grundsätzliche Fragen des Respekts und der Toleranz gegenüber anderen. Neher berichtete, dass die Stadtverordnetenversammlung über die Teilhabe am »lokalen Aktionsplan« mit engagierten Projekten in der ganzen Region berate.

Nach einer Stärkung an einem idyllischen See nördlich von Echzell folgte die dritte Etappe nach Berstadt zur Baustelle der neuen Biogasanlage der Ovag. Geschäftsführer Stefan Hammer erläuterte den Planungsstand und die Bedeutung der Anlage, die durch die Herstellung von lagerbarem Methangas als Speicher wirken könne für Zeiten, in denen Windkraft und Solarenergie einen schwachen Wirkungsgrad hätten. Da die Vermarktung von Methangas noch nicht optimal geregelt sei, wünschen sich einige der Tour-Teilnehmer eine zusätzliche direkte Nutzung im Zusammenhang mit einem neuen Wohngebiet, das hier mit Fernwärme direkt versorgt werden könnte. Stefan Hammer berichtete, dass die Anlage in Berstadt, die im 2. Quartal 2012 in Betrieb gehen soll, 3200 Haushalte mit Energie versorgen könne. Nicht direkt genutzte Energie werde ins Gasnetz eingespeist.

Aufgrund des guten Wetters fand die Radtour regen Zuspruch und die Teilnehmerzahl war bei der Einfahrt nach Reichelsheim auf 34 Personen angewachsen. Die Veranstalter waren mit dieser Resonanz sehr zufrieden und planen für das kommende Jahr wieder gemeinsam mit den Ortsverbänden eine ähnliche Fahrt mit neuen Streckenführung und spannenden Anlaufpunkten. 

© Wetterauer Zeitung 25.08.2011

 

Frankfurter Rundschau – Aktionsplan gegen Rechts

Von Detlef Sundermann

Echzell Festival zum Auftakt / Vier Kommunen und viele Vereine beteiligen sich

Allein der Gewittersturm, der zur zeitweiligen Räumung des Festzeltes führte und den Cocktail-Stand zerlegte, trübte etwas die Bilanz des zweiten Festivals „Gemeinsam gegen Rechtsaußen“ am Samstag in Echzell- Gettenau. Bereits am Nachmittag zeichnete sich der Erfolg des Festivals ab: Der Veranstalter, der Verein Grätsche gegen Rechtsaußen, schätzte rund 600 Besucher, die am Programm mit Sport- und Spieleparcours sowie Sponsorenlauf teilnahmen. Beim mehrstündigen Musikprogramm am Abend wurden 250 Gäste gezählt.

Das Festival, das unter der Schirmherrschaft des Echzeller Bürgermeisters Dieter Müller (SPD) stand, bildete den Auftakt für einen lokalen Aktionsplan gegen Rechtsextreme, sagte Grätsche- Sprecherin Sabrina Lauster. An dem Aktionsplan werden sich die Kommunen Echzell, Florstadt, Reichelsheim und Wölfersheim beteiligen. Aus dem Bundesprogramm „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“ gibt es für das drei Jahre dauernde Projekt eine Förderung in Gesamthöhe von 260 000 Euro. Im Herbst will der Verein ein Koordinierungsbüro eröffnen. Außerdem soll ein Begleitausschuss mit Vertretern der vier Kommunen sowie deren Vereinen und Organisation gegründet werden.

Auch Ältere sensibilisieren

Der Hintergrund: Das Dorf Gettenau war wegen eines dort ansässigen Neonazis in die Schlagzeilen geraten. Der „Schlitzer“, ein Pseudonym, das sich der Mann selbst verpasste, lebt in einer Hofreite, in der Neonazis aus der Region ein- und ausgehen sollen. Die Nachbarn in der Wiesenstraße werden von den Rechten in Angst und Schrecken versetzt, Autos und andere Dinge werden demoliert. Fast jedes Haus in der engen Straße hat eine Videoüberwachung. Darauf wird auch mit großen Schildern hingewiesen.

Seit einem Monat sei es im „Old Brother Castle“, so nennt der „Schlitzer“ sein Zuhause, etwas friedlicher geworden, erzählte eine Nachbarin. Denn der Mann sitzt zurzeit wegen mutmaßlichen Drogenhandels in Untersuchungshaft. Doch Rechtsextremismus und deren Ausbreitung sei nicht allein ein Gettenauer Problem, sagte Grätsche-Sprecherin Lauster. Und ergänzt: „Mit dem Aktionsplan soll nicht allein gewarnt, sondern auch versucht werden, junge Leute nicht in die rechte Szene hineinrutschen zu lassen.“

Schon früh hat der Verein deshalb mit dem „Beratungsnetzwerk zur mobilen Intervention gegen Rechtsextremismus“ und der Sportjugend Hessen Kontakt aufgenommen. Beide Organisationen waren bei dem Festival auch mit einem Informationsstand vertreten.

Lauster betonte, dass es bei dem Aktionsplan aber nicht nur um Minderjährige gehe. Es sollen auch die Erwachsenen sensibilisiert werden. Anfangs habe es in Gettenau über den „Schlitzer“ immer geheißen: „Der ist doch harmlos.“ Das Meinungsbild habe sich mittlerweile aber geändert. Das zeigte sich auch bei dem Festival. Im Gegensatz zu dessen erster Auflage vor einem Jahr zählten nun viele ältere Leute zu den Besuchern.

Bunter und friedlicher Protest gegen Rechts in Gettenau. Mangels Freizeitangeboten sähen die Rechten in ländlichen Regionen besonders gute Chancen, Jugendliche, etwa mit Hausaufgabenhilfe, Grillhüttenpartys oder einfach einem gespendeten Kasten Bier, zu ködern, berichtete Angelika Ribler, Projektleiterin der Sportjugend Hessen und in dieser Funktion Reisende in Sachen Rechtsextremismus und Vereine.

„Es müssen Alternativen geboten werden, beispielsweise Sport als Erlebniswelt. Jugendliche, die bereits mit der rechten Szene in Berührung gekommen sind, dürfen nicht abgelehnt werden“, so Ribler. Vielen Minderjährigen sei nicht immer klar, mit wem sie sich einließen.

Pedro Valdivielso vom Beratungsnetzwerk berichtet nach drei Jahren des Aktionsplans für den Vogelsbergkreis von Erfolgen. „Es ist mehr Ruhe eingekehrt“, sagt er. Auch funktioniere die Vernetzung, etwa zwischen Vereinen und Ämtern wie der Jugendpflege gut. Nun müsse an der Nachhaltigkeit gearbeitet werden. Ein Fundament hierzu seien Vereine und Organisationen.

Dieselbe Strategie soll auch dem Echzeller Aktionsplan zugrunde gelegt werden.

© Frankfurter Rundschau 2010

 

 

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Interview in der Wetterauer Zeitung

Rechte bleiben Problem in der Wetterau

Der stellvertretende Vorsitzende Manfred Linss über das heutige Festival auf dem Sportplatz in Gettenau Echzell  

Heute will Echzell mit einem Festival erneut ein Zeichen gegen Rechts setzen. Der »Schlitzer« und sein Umfeld hatten im vergangenen Jahr den Ausschlag für das erste Festival gegeben – aber er sitzt seit gut vier Wochen in Haft. Der Verein »Grätsche gegen Rechtsaußen« will das Fest trotzdem veranstalten. Es gebe keinen Grund zur Entwarnung, sagt der stellvertretende Vorsitzende Manfred Linss. 

Herr Linss, wieso organisieren Sie zum zweiten Mal ein Festival gegen Rechtsextremismus?

Manfred Linss: »Obwohl der Leitwolf der Truppe fehlt, finden weiter Aktivitäten der  Rechten  statt. Die machen jetzt mehr intern, nur die Bedrohungen der Nachbarn sind weniger geworden. Es ist ruhiger geworden, aber es ist nicht vorbei. Wir richten uns mit den Festival nicht nur gegen Rechte in Echzell, sondern in der gesamten Wetterau. Nur weil einer hinter Gittern verschwindet, ist das Problem insgesamt nicht weniger geworden.«  

Ist Rechtsextremismus besonders in der Wetterau ein Problem?  

Linss: »Zweifellos gibt es in der Wetterau Rechtsextreme. Aber die gibt es auch in anderen Orten in Deutschland. Gerade der Osten der Wetterau ist sehr strukturschwach. Die Arbeitslosigkeit ist dort besonders hoch, und es gibt beispielsweise wenig Ärzte und kaum Vereine, die sich um Jugendliche kümmern. Dann sind junge Leute für rechte Rattenfänger, die sich gegen eine tolerante Gesellschaft und die Grundwerte der Demokratie aussprechen, besonders empfänglich.«

Wollen Sie das Fest im kommenden Jahr wiederholen?

Linss: »Wir wollen nicht jedes Jahr ein Festival machen. Wir werden in diesem Jahr mit etwa 10.000 Euro vom Programm »Toleranz fördern – Kompetenz stärken« des Familienministeriums unterstützt. Nächstes Jahr könnten ähnliche Feste in anderen Gemeinden in der Wetterau stattfinden. Wir haben kein Dauerabo auf die Projektgelder. Unser Verein könnte auch zivilgesellschaftliche Gruppen aus anderen Regionen bei der Planung unterstützen.«

Interview mit der Wetterauer Zeitung vom 6. August 2011 

  

Aus der Region, aus Deutschland, aus Europa: Die Mischung macht‘s!

Gekonnter musikalischer Stilmix am 6. August beim Festival „GemeinsamGegen Rechtsaussen“ in Echzell

Nachdem der Nachmittag nach dem ökumenischen Gottesdienst um 14:00 Uhr eher traditionell vom Musikverein Echzell, dem Gesangverein Einheit Echzell und demMusikzug der Freiwilligen Feuerwehr Blofeld musikalisch untermalt wird, lassen es die Veranstalter am Abend richtig krachen: Wo im letzten Jahr Fräulein Wunder und Hartmann ihr Bestes gaben und ein breites Publikum begeistern konnten, erklingen in diesem Jahr andere, frechere Töne. Beim diesjährigen Festival „Gemeinsamgegen Rechtsaussen“ geben sich gleich drei Bands die Ehre. Sie kommen aus Hessen, Deutschland und der Welt. Musikalisch sind sie ebenfalls in sehr unterschiedlichen Regionen zuhause.

Der 24jährige Singer & Songwriter Domi, bade! kommt aus den grünen Wäldern de rWetterau, Ranstadt um genau zu sein. Der smarte Sunnyboy punktet bei seinen Fans mit deutschen Texten, die intelligent, witzig – und auch sehr kritisch sind. Auch sein Engagement beim Festival „Gemeinsam gegen Rechtsaussen“ vertritt er mit klaren Worten: „Rechtsradikalismus sollte in unserer Gesellschaft kleinen Platzhaben. Und es ist extrem wichtig, dass gerade in den ländlichen Regionen mehr Initiative gegen Gewaltverherrlichung und Intoleranz gezeigt wird.“ Domi bringt seine Liveband mit und eröffnet das Konzert um 19.30 Uhr.

Um 21.00 Uhr übernehmen die Coconut Butts aus Aachen. Die sieben Jungs sind schrill, bunt und bringen eine ganze Menge Blech mit auf die Bühne. Das braucht man auch um ordentlichen Ska-Punk abzuliefern! Mit schnellen Takten und englischer Sprache unterscheiden sie sich erheblich von ihren Vorgängern. Frech und vorwitzig kommen sie daher. Der fröhliche Haufen kennt sich schon sehr lange und hat 2007 beschlossen, auch gemeinsam Musik zu machen. Dass den Jungs auch Reggae im Blut liegt, lässt sich nicht leugnen. Johannes, Drummer der Band:„….Auch wenn wir keine direkt politisch orientierte Band sind, sind wir alles andere als politisch uninteressiert. Die Geschichten die wir in unseren Liedern erzählen,haben alle ihren individuellen Bezug zu Themen wie Freiheit, Solidarität und einem positiven Blick nach Vorne! … Daher ist es für uns absolute Ehrensache derartige Organisationen und Veranstaltungen für ein friedliches Miteinander und gegen jegliche dumme Intoleranz unterstützen zu können!“

Last but not least werden gegen 22.30 Uhr die Gäste mit dem längsten Anreisewegdie Bühne rocken. Aus dem hohen Norden, aus Schweden kommen Mary Fay, eine der hoffnungsvollsten Formationen in der europäischen Nachwuchsmusikwelt. Sie werden jetzt bereits als die kommenden schwedischen Rock-Überflieger in derFachpresse betitelt. Auf ihrer Homepage www.maryfay.se beschreiben sie ihren Sound als: „…emotionalen Rock mit poppigen Einflüssen und einer speziellen Mischung aus kräftigem Sound mit anspruchsvollen Texten“ Und das stimmt auch.Sie rocken auf sehr emotionale Art zwischen Nirvana und The Rasmus. Wer im letzten Jahr von Hartmann positiv überrascht war, den wird Mary Fay aus den Socken hauen.

Aber auch Festivals-Besucher, die nicht bis zu den musikalischen Höhepunkten bleiben möchten, werden am Nachmittag jede Menge Unterhaltung für die ganze Familie vorfinden: So gibt es wieder eine Rallye für Jedermann, wo verschiedene Sportstationen wie z.B. ein Kletterturm oder Bogenschießen ausprobiert werden können, eine Tombola mit attraktiven Preisen, einen Jedermann-Sponsorenlaufsowie einen Diskofox- und Kampfsport-Workshop und zahlreiche Informationsstände. Die Ausstellung „Tatort Rheinland-Pfalz & Hessen“. Unterstützt wird das Festival von der Sportjugend Hessen, dem Beratungsnetzwerk Hessen sowie dem Bundesprogramm „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“. Beginn ist um 14:00 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Die „Grätsche gegen Rechtsaußen – Verein zur Förderung demokratischenBewusstseins e.V.“ ist gemeinnützig, parteipolitisch unabhängig und alle Mitgliedersind ehrenamtlich tätig. Fokus liegt auf der Vernetzung der Wetterauer Bündnisse, Parlamente und BürgerInnen, um die den rechtsextremen Tendenzen in der gesamten Wetterau entgegenzustellen. Der Verein freut sich über weitere tatkräftige Vereinsmitglieder und Spenden. Unter www.graetsche-gegen-rechtsaussen.de lassen sich weitere Informationen und der Mitgliedsantrag finden.

 

Vereinsvorstand:

Erste Vorsitzende: Olivia Bickerle

Zweiter Vorsitzende: Manfred Linss

Kassenwart: Kurt Rühl

Schriftführerin: Sabrina Lauster

Pressereferentin: Elena Stoll

Kassenprüfer: Martina Schubert und Peter Kruse

Pressekontakt: Elena Stoll 0174-2052345  

Info-Telefon: 0151 / 21 95 88 58

Im Falle einer Veröffentlichung freuen wir uns über eine kurze Nachricht.

GRÄTSCHE GEGEN RECHTSAUSSEN

Verein zur Förderung demokratischen Bewusstseins

Postfach 1102

61207 Echzell

 

 

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Wetterauer Zeitung – Echzell will wieder Farbe bekennen

Festival »Gemeinsam Gegen Rechtsaußen« steigt am Samstag, 6. August, auf dem Sportplatz Gettenau 
(pm/dab). »Die dramatischen Ereignisse in Norwegen haben gezeigt, dass Demokratie keine Selbstverständlichkeit in den Köpfen aller Menschen ist«, betonen die Mitglieder des Vereins Grätsche gegen Rechtsaußen in einer Pressemitteilung.»Auch im Wetteraukreis sind immer noch ein paar Ewiggestrige aktiv, die sich gegen eine tolerante Gesellschaft und die Grund-werte der Demokratie aussprechen. Sie organisieren sieh in rechtsextremen Gruppen in der Mitte der Gesellschaft und verbreiten ihr braunes Gedankengut unter Jugendlichen.« Aus diesem Grund stellt der Verein zum zweiten Mal ein Festival »Gemeinsam gegen Rechtsaußen« auf die Bühne. Gefeiert wird am Samstag, 6. August, auf dem Sportplatz in Gettenau, bei freiem Eintritt.

 Im vergangenen Jahr hatte noch die Bürgerinitiative »Grätsche gegen Rechtsaußen« das Festival organisiert; mittlerweile ist die Grätsche zum Verein geworden. Vor einem Jahr kamen rund 900 Besucher nach Gettenau. Unterstützt von der Sportjugend Hessen, dem Beratungsnetzwerk Hessen und ortsansässigen Vereinen gelang es der jungen Initiative, auf das Gefahrenpotenzial aufmerksam zu machen, das von einer in Echzell ansässigen rechtsextremen Gruppe rund um den »Schlitzer« ausgeht. Mit dem Festival wurde eine Plattform geschaffen, um aufzuklären, zu informieren und gemeinsam ein friedliches Zeichen in der Gemeinde zu setzen. Für Kinder und Jugendliche gab es eine Sportrallye mit integriertem Quiz zur Ausstellung »Demokratie stärken – Rechtsextremismus bekämpfen«, während sich die Eltern an den Infoständen von Polizei, Antifaschistischer Bildungsinitiative und an-deren Institutionen, die sich mit der Prävention gegen Übergriffe der rechten Szene beschäftigen, informieren konnten. 

Diesmal stehen dem Verein zur Durchführung des Festivals auch Mittel aus dem Bundesprogramm »Toleranz fördern – Kompetenz stärken« zur Verfügung. Als Teil dieses Programms, für das über eine viertel Million Euro in die Wetterau fließt, entsteht derzeit ein Lokaler Aktionsplan. Unterstützt werden sollen Aktionen ziviler Akteure in den eingebundenen Kommunen Echzell, Florstadt, Reichelsheim und Wölfersheim. Aus diesem Grund steht das Festival diesmal auch unter dem Motto »Gemeinsam Gegen Rechtsaußen – Toleranz fördern – Kompetenz stärken«. Am Samstag nächster Woche wollen die Akteure auf dem Gelände des Sportplatzes in Gettenau wieder informieren, beraten und ausklären, aber auch durch ein vielfältiges Tagesprogramm mit anschließendem Konzert Besucher jeden Alters begeistern.  ihr braunes Gedankengut unter Jugendlichen.« Aus diesem Grund stellt der Verein zum zweiten Mal ein Festival »Gemeinsam gegen Rechtsaußen« auf die Bühne. Gefeiert wird am Samstag, 6. August, auf dem Sportplatz in Gettenau, bei freiem Eintritt.  

Meinung sagen in »Blackbox«

Auftakt um 14 Uhr bildet ein ökumenischer Gottesdienst. Um 15 Uhr erfolgt der Startschuss zum Sponsorenlauf und zur Öffnung des Sport- und Spieleparcours. Im Mittelpunkt des Nachmittagsprogramms steht eine Rallye, die Spiel, Sport und. Spaß mit Aufklärung und Information verbinden will. Wer sechs Stationen absolviert hat, bekommt ein Gratis-Getränk. Ein Höhepunkt stellt ein Bungee-Trampolin dar, das die Jugendpflege Echzell organisiert hat. Die Ausstellung »Tatort: Rheinland-Pfalz« der Heinrich-Böll-Stiftung, ergänzt durch einen regionalen Teil von der An-tifaschistischen Bildungsinitiative, stellt den Schlusspunkt der Rallye dar. Ergänzt wird das Angebot durch Discofox- und Selbstverteidigungsworkshops, einen Bogenschießstand, Kinderschminken, eine Tombola sowie Darbietungen des Musikvereins Echzell, des Gesangvereins Einheit Echzell und des Musikzugs der Feuerwehr Blofeld. Außerdem ist eine »Blackbox« aufgebaut, in der jeder sein Statement zum Festival per Videobotschaft abgeben kann. Ab 19.30 Uhr wird’s laut auf der Bühne im Festzelt. Es spielen der heimische Sänger und Songwriter Domi Bade mit seiner Band sowie die Coconut Butts, die fröhlichen Ska-Punk und auch ein bisschen Reggae auf die Bühne bringen. Extra aus Schweden angereist kommen die Jungs von Mary Fay, eine der bekanntesten Newcomer-bands im Bereich Indie/Alter-native. Auch sie wollen ein Zei-chen gegen Rechts setzen. 

© Wetterauer Zeitung 30.07.2011

Verein zur Förderung demokratischen Bewusstseins