Kreis-Anzeiger – „Lassen sie uns mit Beitritt ein Zeichen setzen“

Stadt Reichelsheim wird Mitglied im Verein „Grätsche gegen Rechtsaußen“ – Diskussion ruft Kopfschütteln hervor 

(ida). Kopfschüttelnd verfolgten rund 20 Zuhörer und die meisten Parlamentarier bei der jüngsten Sitzung in der Sport- und Festhalle Dorn-Assenheim die Diskussion über den von der SPD beantragten Beitritt der Stadt Reichelsheim zum Verein „Grätsche gegen Rechtsaußen“.

Die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Wiltrud Risch-Laasch begründete den Antrag. Der Verein habe sich gegründet, weil es in Echzell-Gettenau Rechte Bewegungen gäbe. Dort würden Partys in Räumen gefeiert, die wie Gaskammern gestaltet seien. Einem Nachbarn sei im Streit die Hose heruntergezogen und die Szene als Video ins Internet eingestellt worden. Der Verein wende sich an alle Wetterauer. „Er will das demokratische Bewusstsein fördern, aufklären und ein Raum für Diskussionen schaffen sowie Jugendarbeit fördern“, erklärte Risch- Laasch. „Reichelsheim sollte als direkter Nachbar dabei sein.“ Wenn sich die Bevölkerung breit gegen Rechtsextremismus stelle, könne das ein Erfolg sein. In Butzbach habe es funktioniert. „Lassen sie uns mit dem Beitritt ein Zeichen setzen“, appellierte sie an die Stadtverordneten. Unterstützung gab es von CDU-Fraktionschefin Karin Lauer, die empfahl, dass sich der Verein gegen alle extremistische Gewalt stellen solle. Außerdem schlug Lauer vor, mit den Vereinsvertretern in einer Ausschusssitzung ins Gespräch zu kommen. Der Antrag sollte jedoch ergänzt werden, aus welchen Haushaltsmitteln der Vereinsbeitrag gezahlt werden solle.

Hans-Günter Scholz von der FWG sah das anders. „Die Stadt sollte das Geld nicht aufbringen. Besser wäre es, wir Stadtverordneten legen jeder fünf Euro hin und bezahlen den Beitrag“, argumentierte er. „Es ist jedem freigestellt, dem Verein beizutreten. Es ist aber ein gutes Signal, als Stadt den Verein zu unterstützen“, entgegnete Risch-Laasch. „Kann die Stadt überhaupt einem Verein beitreten?“, fragte Scholz nach. „Natürlich kann die Stadt jedem Verein beitreten“, griff Stadtverordnetenvorsteher Holger Strebert in die Diwwwskussion ein. Florstadt und Echzell hätten dieses Zeichen längst gesetzt, ergänzte Risch-Laasch. „Haben Sie schon begriffen, wir sind hier in Reichelsheim“, entgegnete Scholz und hatte damit endgültig den Unmut vieler Mandatsträger auf sich gezogen. Eine Kommune sei voll rechtsfähig, sie könne GmbHs gründen und Vereinen beitreten, erklärte SPD-Fraktionschef Rainer Schauermann. „Das sollte auch ein FWG-Fraktionschef wissen. Wenn nicht, empfehle ich ihm, entsprechende Fachliteratur zu lesen“, schimpfte er.

Bei der Abstimmung enthielten sich die beiden FWG-Vertreter, ein CDU-Mann stimmte dagegen und 25 Parlamentarier votierten für den Beitritt der Stadt Reichelsheim zum Verein „Grätsche gegen Rechtsaußen“.

© Kreis-Anzeiger 2010 

Wetterauer Zeitung – Reichelsheim wird Mitglied bei »Grätsche«

(dab). Die Stadt soll Mitglied im neuen Verein »Grätsche gegen Rechtsaußen« werden. Das haben die Stadtverordneten am Dienstagabend in ihrer jüngsten Sitzung in der Sport- und Festhalle Dorn-Assenheim beschlossen — allerdings nicht einstimmig.

Für die antragstellende SPD begründete Dr. Wiltrud Risch-Laasch das Anliegen. Reichelsheim solle dem Echzeller »Verein zur Förderung demokratischen Bewusstseins« aus zwei Gründen beitreten, noch dazu als direkter Nachbar. Einerseits solle den Rechtsextremisten in Gett-nau die Basis entzogen werden, indem man im Gegenzug für eine breite Unterstützung der »Grätsche gegen Rechtsaußen« sorge. Andererseits beabsichtige man eine Signalwirkung, dass auch in Reichelsheim kein Platz für Rechte sei.

»Man muss gegen Rechte vorgehen, wo und wann man sie trifft«, fasste CDU-Fraktionsvorsitzende Karin Lauer-Schmaltz die Haltung der Union zusammen — wenn auch nicht die der kompletten Fraktion. Ein Abgeordneter stimmte am Ende gegen der Beitritt zum Verein, eine Erklärung gab er dazu nicht ab.

Dafür erläuterte FWG-Fraktionschef Hans-Günter Scholz die Enthaltung der Freien Wähler. Selbstverständlich müsse man gegen die rechte Gesinnung einen Schulterschluss erzielen. Doch wollte er die Stadtkasse schonen und den vorgeschlagenen Jahresbeitrag von 100 Euro lieber von den Stadtverordneten einsammeln. Es sei wichtig, dass die Gemeinde Mitglied werde und signalisiere, dass sie hinter dem Grundgedanken des Vereins stehe, unterstrich Risch-Laasch. Jeder Stadtverordnete könne dem Verein darüber hinaus persönlich beitreten, riet sie Scholz.

© Wetterauer Zeitung 25.11.2010

Wetterauer Zeitung – Linke spenden 500 Euro an »Grätsche«

Junger Verein gegen Rechtsaußen will Filmabende und Lesungen organisieren 

(pn-i/dab). Die Wetterauer und Hessischen Linken haben dem Echzeller Verein »Grätsche gegen Rechtsaußen« 500 Euro gespendet. Dies sei als Würdigung des bereits gezeigten Engagements und zugleich als Ansporn und Unterstützung für weitere Aktivitäten zu verstehen, sagte Peter Zeichner, als er »Grätsche«-Kassierer Kurt Rühl den Scheck überreichte.

Vertreter der Linken aus dem Kreisvorstands und Kreistag hatten die jüngste Sitzung der früheren Bürgerinitiative »Grätsche gegen Rechtsaußen« zum Anlass genommen, um sich über die die aktuelle Arbeit zu informieren. Zeichner und Karlheinz Hofmann begrüßten die erfolgte Organisationsänderung zu einem »Verein zur Förderung demokratischen Bewusstseins«. Die ehemalige BI setze damit ein erfreuliches Signal der Verstetigung ihres Engagements gegen Rechtsextremismus und wachse sich zu einer weiteren Institution aus, die das Spektrum der Initiativen gegen Rechtsextremismus um einen weiteren Partner in der mittleren Wetterau bereichere.

Die Schwerpunkte ihrer Vereinsarbeit für die nächste Zeit sahen die Mitglieder der »Grätsche« in der Aufklärung von Jugendlichen und Erwachsenen über die Ursachen und Arbeitsweisen von Neofaschisten, der Entwicklung von Formen sinnvollen Widerstands gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit sowie der Dokumentation rechtsextremer Umtriebe in der Wetterau und darüber hinaus. Die »Grätsche« wolle und könne diese Arbeit aber nicht alleine stemmen, sondern setze auf die Zusammenarbeit mit den bereits agierenden Gruppen und Einzelpersonen, erklärte Elena Stall, die Pressesprecherin des jungen Vereins. Auch der Kontakt zu Parteien und Gewerkschaften, Ge-meindevorständen und Kommunalverwaltungen sei für die Arbeit der »Grätsche« grundlegend, ergänzte die Vorsitzende Olivia Bickerle.

Mit Interesse verfolgten die Linken die Diskussion über die geplanten Aktionen des Vereins. So arbeiten die Mitglieder nicht nur an einer Wiederholung ihres erfolgreichen »Festivals gegen Rechts« im nächsten Jahr. Sehr bald schon wollen die Aktivisten der »Grätsche« auch mit Filmabenden vor Ort zum Thema Rechtsextremismus beginnen. Insbesondere 12- bis 16-Jährige sollen außerdem mit Mitternachtslesungen für dieses Thema sensibilisiert werden. Parallel dazu soll die Vernetzung mit anderen Initiativen auf Kreisebene und überregional ausgebaut werden.

© Wetterauer Zeitung 18.11.2010 

Wetterauer Zeitung – Ziel: 270000 Euro für Kampf gegen Rechts erhalten

Florstadt und Echzell wollen am Bundesprogramm »Toleranz fördern — Kompetenz stärken« teilnehmen

(chh). Echzell geht weiter gegen rechtsextreme Tendenzen in der Gemeinde vor. Neben dem Verein »Grätsche gegen Rechtsaußen«, der mit einem Festival überregional für sein Anliegen geworben hat, machen die Politiker gegen fremdenfeindliche Strukturen mobil. Bürgermeister Dieter Müller hat am Montag bei der Gemeindevertretersitzung verkündet, dass sich Echzell gemeinsam mit Florstadt um Gelder des Bundesförderprogramms »Toleranz fördern – Kompetenz stärken« beworben hat. 

Durch das Programm können Kommunen bis zu 270 000 Euro – verteilt über drei Jahre erhalten, um rechtsextremistische Bestrebungen bei jungen Menschen zu bekämpfen, wie Bürgermeister Müller am Montag gegenüber der WZ erläuterte. Ziel sei es, Strategien und einen Aktionsplan zum Verhindern von rechtsextremistischen Tendenzen zu entwickeln. »Auch weitere Kommunen aus der Region können sich uns anschließen«, warb Müller. 

Das zugrunde liegende Problem sindVorfälle in der Wiesengasse in Gettenau. Dort war vor fast genau einem Jahr ein Familienvater von Anhängern der rechtsextremen Szene angegriffen und verletzt worden. Daraufhin hatte sich die Bürgerinitiative »Grätsche gegen Rechtsaußen« gegründet, die mittlerweile ein Verein ist. Warum Florstadt sich beteiligt, auch als Mitglied in besagtem Verein, erklärt Bürgermeister Herbert Unger: »Wir haben in der mittleren Wetterau ein Problem mit aufkeimenden Rechtsradikalismus,« Die Keimzelle sei zwar in der Wiesengasse zu finden, der umstrittene Bürger stamme aber aus Florstadt. »Dieser Mann hat sich mehrfach rechtsradikal verhalten und ist ja auch polizeibekannt.«

Als der heute 25Jährige in Florstadt wohnte, hätte man mit den Eltern von jungen Leuten noch reden können. »Daher ist es bei uns nicht zu nermenswerten Aktivitäten gekommen. Doch seit dem Wegzug ist ‚erkennbar, dass der Mann klipp und klar eine rechtsradikale Motivation hat«, betont Unger. So seien zum Beispiel rechtsradikale und gewaltverherrlichende T-Shirts in dem Tätowierstudio des Mannes verkauft worden, der damals noch in Wölfersheim wohnte. »Inzwischen ist seine Kundschaft oft volljährig, da kann man nicht mehr mit Eltern sprechen. Deshalb müssen wir zu anderen Mitteln greifen, um solche Tendenzen einzudämmen.« Aus diesem Grund wolle man an dem Bundesprogramm teilnehmen. Mit den Mitteln könne man Aufklärungsarbeit leisten. Dazu gehören laut Bürgermeister Unger auch weitere Events gegen Rechts. 

»Niemand hat etwas dagegen, wenn Jugendliche Partys feiern. Von mir aus auch die ganze Nacht lang«, betont Unger. »Aber wenn auf den Partys von dem Herrn aus der Wiesengasse Nebel a. us Duschköpfen strömt, wie es vorgekommen sein soll, dann ist das nicht nur schlechter Geschmack. So etwas ist eindeutig kriminell.« 

© Wetterauer Zeitung 03.11.2010 

Wetterauer Zeitung – Thema Wiesengasse »Wieso greifen die Behörden nicht ein?«

(pm/dab). »Wie lange soll es in der Wiesengasse noch so weitergehen, bis hier tatsächlich eingegriffen wird?«, fragt der Verein »Grätsche gegen Rechtsaußen« in einer Pressemitteilung. Grund dafür ist ein WZ-Artikel vom 12. Oktober 2010 (»Nachbarschaftsstreit beschäftigt nun auch RP«), der die Kamera-Überwachung in besagter Straße in Gettenau thematisiert.

Nachdem Anfang Juli ein Video im Internet aufgetaucht war, das eine gewalttätige Auseinandersetzung zwischen zwei Nachbarn zeigt, hat sich das Regierungspräsidium in Darmstadt eingeschaltet. Auslöser waren, so die Auskunft der Behörde, zwei Beschwerden, die gegen beide Nachbarn eingegangen sind: Sie sollen den öffentlichen Raum überwachen, lautet der Vorwurf, was Privatpersonen aber verboten ist.

Manfred Linss, Vize-Vorsitzender von »Grätsche gegen Rechtsaußen«, betont in seinem Schreiben an die WZ, dass in diesem konkreten Fall »die „rechten Aktivitäten“ in der Wiesengasse« das vorrangige Problem seien, nicht die Überwachung des öffentlichen Raums. Denn einer der beiden Nachbarn, der sein Umfeld nicht nur überwache, sondern aktiv kontrolliere, sei nachweislich der rechten Szene zuzuordnen. Deshalb habe der andere Beschuldigte berechtigterweise Angst und fühle sich bedroht. »Wer die Ereignisse in der Wiesengasse verfolgt hat, kann das sicherlich nachvollziehen.« Hier von einem Nachbarschaftsstreit zu sprechen, »ist schon fast unverschämt«.

Nicht nachvollziehen könne er, so Linss, wieso das im Internet kursierende Video für das Regierungspräsidium nicht Beweis genug dafür sei, dass gegen den Datenschutz verstoßen wurde. Warum die Behörde von den Betroffenen noch die Auskunft erbete, ob es sich bei den Kameras um Attrappen handele und ob sie mithilfe der Technik die Straße »nur« beobachten oder die Bilder auch speichern, sei unverständlich.

Im Übrigen sei den Behörden nicht erst seit Auftauchen des Videos bekannt, dass die Wiesengasse überwacht werde – und das schon seit über einem Jahr. Stattdessen würden die Zuständigkeiten hin- und hergeschoben: Das Regierungspräsidium hatte gegenüber der WZ erklärt, um die Angaben der Beschuldigten zu überprüfen, werde man gegebenenfalls das Ordnungsamt einschalten. Das wiederum sieht erst einmal das Regierungspräsidium in der Pflicht.

Letztendlich stehe doch die Frage im Raum, wann die Behörden tatsächlich eingreifen, betont Linss. Er plädiere dafür, dass sich die Mitarbeiter des Regierungspräsidiums »selbst vor Ort von der Situation ein Bild machen und den Regierungspräsidenten gleich mitbringen«.  

© Wetterauer Zeitung 27.10.2010

Wetterauer Zeitung – Florstadt tritt »Grätsche gegen Rechtsaußen« bei

Gemeinsamer Antrag aller Fraktionen: »Wir als demokratische Parteien lehnen extreme Gruppierungen ab« 

(chh/dab). Beim Antrag der GrünenFraktion, die Stadt solle beim Echzeller Verein »Grätsche gegen Rechtsaußen« Mitglied werden, herrschte unter den Fraktionen eine so große Einigung, dass sie vor der Parlamentssitzung beschlossen, den Antrag gemeinsam vorzubringen.

»Das ist ein Signal. So etwas, was in Echzell passiert, wollen wir nicht«, sagte Gerhard Salz für die Grünen mit Blick auf eine rechtsextreme Gruppierung, die in Gettenau aktiv ist. Auch der SPD-Vorsitzende Stefan Lux warb für die Mitgliedschaft im Verein »Grätsche gegen Rechtsaußen«: »Wir als demokratische Parteien lehnen so etwas wie in Echzell ab.« Das Votum fiel einstimmig aus.

Vertrag mit Verlag läuft weiter

Zudem hatte die GrünenFraktion den Antrag gestellt, die Zusammenarbeit mit einem Verlag zu kündigen, der dem Druck und der Verbreitung der »Florstädter Nachrichten« beauftragt ist (nicht die WZ).

Der Vorsitzende der Grünen, Rainer Kimling, begründete den Antrag mit den seiner Meinung nach skandalösen Beschäftigungsbedingungen: Laut Kimling schließt der Verlag mit Zeitungsverteilern Verträge ab, die die Verteiler zu Selbstständigen machen. »Wenn ein Abonnent die Lieferung nicht zahlt, bleibt der Zeitungsverteiler auf den Schulden sitzen. So sind schon vierstellige Schuldenbeträge zusammengekommen.« Da das Thema sehr ausführlich sei, plädierte Kimling für eine Verlegung in den Ausschuss.

Soweit kam es nicht. Bürgermeister Herbert Unger erklärte, der Magistrat habe zwei Tage vor Antragstellung den Vertrag mit dem Verlag bis 2016 verlängert. »Wir haben also erst später von den Einwänden erfahren«, sagte der Bürgermeister. »Wir haben aber nachgeforscht. Laut Verlag liegen keine Beschwerden seitens der Austräger vor. Zudem seien alle Rechnungen ausgeglichen.«

Kimling blieb skeptisch: »Ich habe Kenntnisse, dass sogar schon Prozesse deswegen geführt worden sind.« Diese Informationen will er nun dein Magistrat vorlegen, damit dieser weiter recherchieren kann. Da derVertrag aber gerade frisch verlängert wurde, zogen die Grünen den Antrag erst einmal zurück. Somit wird das Thema wohl erst wieder im Jahr 2016 die Parlamentarier in der Stadtverordnetenversammlung beschäftigen.

Nasse Wiesen sollen Vögel anlocken

Vier Wiesen im Naturschutzgebiet »Am Mähried von Staden« sollen unter Wasser gesetzt werden. Durch diese sogenannte Vernässung soll die zwölf Hektar große Fläche zum Rast, Brut und Aufzuchtplatz für Vögel werden. Vor allem Arten wie Großer Brachvogel, Weißstorch, Kiebitz, Bekassine, Uferschnepfe und Wachtelkönig sollen so gefördert werden. Knapp 1,8 Millionen Ökopunkte bringt das Projekt ein — und damit bares Geld für die Stadtkasse. Denn 622 000 Euro können durch den Verkauf der Punkte erlöst werden, womit das brach liegende Baugebiet »Borngasse« in Leidhecken von der Hessischen Landgesellschaft abgelöst werden soll. Hierfür sind rund 544 000 Euro eingeplant.

Auch wenn die Stadtverordneten sich nicht einig waren, wie es mit dem Baugebiet weitergehen könnte: In Sachen Naturschutz gab es keine Diskussion. Das Projekt sei eine prima Idee und sollte umgesetzt werden. Das Votum fiel erwartungsgemäß einstimmig aus.

© Wetterauer Zeitung 22.10.2010

Frankfurter Rundschau – Vergasung als Partygag

Von Julia Müller

Zwischen römischen Zeichen und Wikingersymbolen hat Patrick W. auf dem Oberarm eine „88“ tätowiert. Im braunen Zahlencode steht das für „Heil Hitler“. In seinem Nacken blitzt ein „C18“ hervor. Es ist das Zeichen der neonazistisch-terroristischen Gruppierung „Combat 18“ (Kampf Adolf Hitler), die gewillt ist, politische Gegner auch mit Gewalt zu bekämpfen.

„Ich habe noch viel Schlimmeres tätowiert. Das hat aber nach außen hin niemand zu sehen“, sagt der 24-Jährige und lacht. Das tut er im Gespräch immer dann, wenn ihn seine eigenen Aussagen amüsieren oder er mehr von sich preisgibt, als er geplant hat. An seinem Hoftor in Echzell (Wetterau) pappt ein Sticker seiner Gruppe mit dem Symbol eines Totenkopfes, der an die Waffen-SS erinnert. Der Slogan darauf: „Wir gegen linke Willkür.“ Als Neonazi würde sich W. jedoch nicht bezeichnen: „Ich bin ein Old Brother, war früher ultrarechts und habe noch was von der Einstellung, die sich bei mir gegen linke Dummheit richtet.“ Old Brother, so heißt sein Tattoo-Laden.

Von der Polizei wird W. der rechtsextremen Szene zugeordnet. Er ist ihr wegen „einer Liste von Straftaten“ bekannt – unter anderem Körperverletzung und Volksverhetzung. Im Juli lenkte W. Aufmerksamkeit auf sich, als er das Video einer Attacke seiner Partygäste auf einen Nachbarn mit hämischen Kommentaren auf der Internetplattform „Youtube“ veröffentlichte. Zu sehen ist, wie eine Gruppe von etwa 15 Leuten den Nachbarn vor dem Haus von der Leiter zerrt und ihm Hose und Unterhose auszieht, nachdem er versucht hatte, die Überwachungskameras wegzudrehen, die W. auf sein Haus gerichtet hat.

W. hat nicht gern Menschen um sich, die er nicht kennt: „Ich lasse nur Leute an mich heran, die mich nicht nerven. Das ist eine Familie, die man sich da zusammenbaut“, sagt er. Seinen Eingang überwacht er mit Kameras. Enge Freunde sind mit ihrem Fingerabdruck am Hoftor registriert. Ansonsten darf ihn nur besuchen, wer zu seinen legendären Partys eingeladen ist. „Wenn du wegen Volksverhetzung auf den Deckel gekriegt hast und zehntausende Euro für den Anwalt zahlen musst, dann überlegst du.“

Es kursieren viele Gerüchte darüber, was sich hinter den Mauern seines sogenannten „Old Brothers Castle“ abspielt. Sein Hof, die größte Hofreite des Ortes, ist von Gebäuden umschlossen. Rechts vorne befindet sich sein Tattoo-Studio, dahinter der Partykeller, links das Wohnhaus, und in der Mitte des mit Hundekot übersäten Hofes steht ein alter Bierwagen.

Der 24-Jährige zeigt sich freundlich, hat eine derbe Sprache und eine rotzig freche Art. Er trägt T-Shirts mit provokanten Aufschriften wie das einer Ariel-Persiflage: „Alles sauber, alles rein: Arier“. Der Tätowierer mag es zu provozieren, gibt sich offen, nicht zu locker, dafür bestimmt.

Sein 20-jähriger Kumpel, der in W.’s Tattoo-Studio auf der Couch sitzt, wird unruhig, als die Fragen in seine Richtung gehen. „Wir sind nicht direkt Neonazis, aber wir teilen die Einstellung von denen“, antwortet er stotternd. Er will nichts erklären, das soll W. übernehmen. Und der mag keine penetranten Nachfragen, zum Beispiel, wenn es um seine Tätowierungen geht. Mit ein paar Witzen und einlullenden Monologen führt er das Gespräch dann in eine andere Richtung.

Die Szene setzt auf Symbolik – und auf markige Sprüche. Doch es sind die kleinen Details in seinen langatmigen Ausführungen, die Aufschluss über seine Ansichten geben. Gegen wen sich seine Wut richte? „Gegen alle, die nicht arbeiten“, antwortet W. „Ich halte mein Maul nicht, wenn mir was nicht passt. Linke Zecken stinken, sie studieren, und am Ende betteln sie und trinken Alkohol. Das ist nicht korrekt.“

„Brausebad“ steht am Disko- Raum, und aus Duschköpfen strömt weißer Nebel

Unterschiede macht der 24-Jährige bei Migranten. Einer aus seiner Gruppe sei Halb-Spanier, ein anderer habe sogar einen schwarzen Vater. „Wir machen da so unsere Späßchen, zum Beispiel wenn er an Fasching im Ku-Klux-Klan-Outfit herumrennt.“ Auch ältere Türken findet W. nicht so schlimm. Es seien die Jüngeren, die keinen Respekt vor Deutschland hätten. „Ich habe ja so einen Hass bekommen, weil ich die früher in der Klasse hatte.“ In W.’s Augen werden Deutsche mehr verfolgt als alle anderen. „Wenn ich kein Deutscher wäre, dann würde mir geholfen. In diesem Land heißt es: Sie sind Deutscher, sie können das selber machen.“

Moderne Rechtsextreme – W. ist einer von ihnen. Sie haben weder eine eindeutige politische Agenda, noch fühlen sich der in ihren Augen zu laschen NPD und deren völkischem Verständnis verbunden. Stattdessen trinken und essen sie sogenannten „Besatzerfraß“, tragen Hip-Hop-Klamotten und setzen weniger auf Inhalte als auf erlebnisorientierte Aktionen.

„Nach außen hin tritt W. als Kirmesschläger auf, der laute Feste mit vielen Gästen feiert und dort seine gleichgesinnten Kumpane um sich schart“, sagt Jörg Reinemer, Polizeisprecher des Polizeipräsidiums Wetterau über den 24-Jährigen. W. organisiert Ausflugsfahrten, Flatrate- und Kammerpartys.

Am Wochenende werde bei ihm mit viel Whisky gefeiert. „Im Normalfall haben wir ein paar Stripperinnen und anderen Krempel dabei oder bestellen ein paar Nutten, die Live-Sex-Shows machen. Da gehen schon mal 60 Jacky-Flaschen weg“, erzählt W. Gefeiert wird in der Partyscheune oder auf dem Hof. Die Gäste auf den Fotos, die sich über Seiten des sozialen Netzwerks „Wer kennt wen“ anmelden und aus dem Raum Friedberg stammen, sind nicht älter als Anfang bis Mitte 20.

„Brausebad“ steht in dicken Lettern an der neuen, silbernen Eingangstür zum kleinen Diskoraum mit einer Bar und einer Gogo-Stange in der Ecke. Von der Decke hängen vier blanke Duschköpfe, aus denen weißer Partynebel austritt. Bei W.’s berüchtigten „Kammerparties“ soll damit laut Anti-Nazi-Koordination Frankfurt der Gaskammern des Dritten Reiches gedacht werden. Die „Vergasung“ als Partygag.

„Wir hätten das so hingeschrieben, wenn es so wäre“, sagt der 24-Jährige ausweichend. Für was denn der Name „Brausebad“ an der Tür stehe? W.: „Es war nicht meine Idee. Irgendwann stand der Name an der Tür.“ Beim Herausgehen fällt der Blick auf ein Warnschild in altdeutscher Schrift an der Tür. Darauf steht: „Rauchverbot wird im Notfall auch mit der Axt durchgesetzt. Bei Widerstand gegen die Deutsche Wehrmacht auch mit Schusswaffen und anschließend zu den anderen in die Scheune gehängt.“

Heirat, Haus, Hunde – und arbeiten bis höchstens 45

Überraschungsmomente wie diesen nimmt W. lässig und grinst. Einen Kommentar dazu gibt er nicht. Der 24-Jährige glaubt zu wissen, wo es lang geht und wie. Es ist seine Mischung aus großer Bruder, Sozialarbeiter und Feierwütigem, der keine Grenzen kennt, die junge Menschen anzieht. „Es war cool, ihn zu kennen“, sagt Eva Neumann (Name geändert), die W. noch aus seinen früheren Zeiten in Wölfersheim kennt.

Es sei ein gutes Gefühl gewesen, sagen zu können, dass man den Schlitzer kenne, „weil man wusste, wenn was ist, kennt man ihn ja.“ Mit seinem Spitznamen Schlitzer brüste W. sich damit, als Jugendlicher einen Migranten mit dem Messer niedergestochen zu haben. Seine Sprüche über Schlägereien und Ausländer waren der 19-Jährigen damals egal. „Man hat seine eigenen Probleme und denkt, warum soll ich mich irgendwo reinhängen, womit ich prinzipiell nichts zu tun habe. Zudem sind die Leute hier in der Ecke sowieso eher rechts eingestellt.“

W. ist auf seine Werte sichtlich stolz: „Ich bin für viele hier ein Idol, für meine Jungs immer zu erreichen und versuche, etwas aus ihnen zu machen.“ In seinen Augen braucht es jemanden wie ihn, der ihnen Halt gebe. „Ich zeige den Kiddies, was man aus Arbeit machen kann und wie man seinen Lebenstraum verwirklicht.“ Dazu zählten heiraten, ein eigenes Haus, ein paar Hunde und das Ziel, mit 45 Jahren mit dem Arbeiten aufzuhören. Wichtig dabei sei der Spaß: „Und der fängt bei uns freitags an.“

© Frankfurter Rundschau 2010

 

 

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Wetterauer Zeitung – Unterstützung für Echzell oder alles nur Schau?

SPD wundert sich, warum die CDU gemeinsamen Antrag für »Grätsche«-Beitritt nicht mittragen will

(en). Die Fraktionen der SPD, der FWG und der Grünen haben zur nächsten Sitzung der Gemeindevertretung (am kommenden Montag) einen gemeinsamen Antrag eingebracht: Die Gemeinde Wölfersheim möge Mitglied im Echzeller Verein »Grätsche gegen Rechtsaußen« werden.Vor allem die SPD wundert sich, warum die CDU nicht zum Mitmachen zu bewegen ist. 

Begründet wird der Antrag damit, dass Wölfersheim selbst unliebsame Erfahrungen mit »intoleranten rechten Aktivitäten« gemacht habe und noch immer drei NPD-Vertreter im Gemeindeparlament »klammheimlich den Rechtspopulismus schüren«. Man wolle, so SPD-Fraktionschef Karl Ernst Pulkert, die Bestrebungen der Nachbargemeinden für gewaltfreien demokratischen Umgang miteinander gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in der gesamten Region unterstützen. 

Darin waren sich die drei Fraktionen einig. Nur die Fraktion der CDU macht nicht mit. Obwohl von Seiten der SPD mehrmals nachgefragt worden sei, habe es keine positiven Reaktionen der CDU gegeben. Für die SPD »drängt sich die Frage auf«, ob die Christdemokraten »eventuell damit liebäugeln, die NPD nach der Kommunalwahl als möglichen Partner einzukalkulieren«. Das wäre »beschämend«, meint Pulkert und erinnert an die frühen 90er Jahre, als die CDU schon einmal eine Zusammenarbeit mit der NPD eingegangen war.

»Warum sonst sträubt man sich so, dem rechten Rand auf die Füße zu treten?«, fragt Pulkert. Die Antwort gibt ihm CDU-Fraktionschef Hermann Ulrich Pfeuffer, der von einem »Schauantrag rechtzeitig vor der Wahl« spricht. Wenn man das beschließe, müsse man sich auch den Linksaußen des politischen Spektrums widmen, und gerade die SPD habe zuletzt diverse Anträge der Grünen auf Unterstützung von Institutionen abgelehnt. Man sei sich im klaren, so Pfeuffer, dass man sich auf »gefährlich dünnem Eis« bewege. 

»Absolut idiotisch« sei freilich die Spekulation Pulkerts, die CDU könne nach der Wahl mit der NPD sympathisieren, »das wird es mit mir nicht geben«. Und Pfeuffer kontert »Wenn die Genossen so etwas ins Gespräch bringen, rechnen sie offenbar mit dem Verlust ihrer absoluten Mehrheit.«. 

© Wetterauer Zeitung 13.10.2010 

Wetterauer Zeitung – Nachbarschaftsstreit beschäftigt nun auch RP

Regierungspräsidium geht Beschwerden nach: Zwei Anwohner der Wiesengasse überwachen vermutlich die Strasse

(dab). Seit Anfang Juli ein Video im Internet aufgetaucht ist, das eine gewalttätige Auseinandersetzung zwischen Nachbarn in der Wiesengasse zeigt, beschäftigt sich auch das Regierungspräsidium in Darmstadt mit dem Vorfall. Denn das Video ist offenkundig mit einer Kamera aufgenommen worden, mit der einer der beiden Nachbarn nicht nur seinen eigenen Hauseingang beobachtet, sondern die komplette Straße.

Das Problem dabei: Die Überwachung des öffentlichen Raums ist Privatpersonen verboten. »Die Straße ist ein öffentlicher Raum, in dem sich jeder frei bewegen können soll«, erklärte Renate Hillenbrand-Beck von der Abteilung Datenschutz beim Regierungspräsidium auf WZ-Nachfrage. Nur die Polizei dürfe den öffentlichen Raum überwachen, und das auch nur unter bestimmten Voraussetzungen. Beschwerden seien im Übrigen gegen beide Nachbarn eingegangen – nicht nur gegen denjenigen, dessen mutmaßlich rechtsradikalen Gäste den Nachbarn von gegenüber attackiert hatten, nachdem dieser die Kamera des Kontrahenten umdrehen wollte. Das bestätigte Hillenbrand-Beck. Denn auch der Nachbar, der bei der Attacke seine Hose verloren hatte (was übrigens immer noch via Internetvideo, verbreitet wird), soll mehr als nur sein eigenes Grundstück überwachen.

Passiert ist in den drei Monaten, seitdem das Regierungspräsidium sich mit dem Fall beschäftigt, nicht viel. »Wir haben ein Prüfverfahren eingeleitet und die beiden um Auskunft gebeten«, sagte Hillenbrand-Beck. Dabei geht es unter anderem um die Fragen, ob es sich bei den Kameras um Attrappen handelt. Und falls nicht, ob mithilfe der Technik die Straße »nur« beobachtet wird oder ob die Bilder auch gespeichert werden. Während ein Nachbar bislang gar nicht reagiert habe, habe der andere über seinen Anwalt Akteneinsicht verlangt.

Auf WZ-Nachfrage, wie man denn die Angaben der Beschuldigten überprüfen wolle, hieß es aus der Behörde in Darmstadt, zur Überprüfung werde man gegebenenfalls das Ordnungsamt einschalten. Das stößt im Echzeller Rathaus auf wenig Verständnis: »Die Kompetenz liegt beim Regierungspräsidium., das ist die zuständige Behörde – bis hin zur Überwachung«, sagte Ordnungsamteleiter Thomas Alber. Bis eine entsprechende Anfrage im Echzeller Rathaus landet, könnte es ohnehin noch eine Weile dauern. »Dass Nachbarn sich gegenseitig beobachten, ist ein großes Thema«, sagte Hillenbrand-Beck. »Wir verzeichnen dabei eine regelrechte Explosion. Weil die Technik, leicht verfügbar und günstig ist und viele Menschen gedankenlos damit umgehen.« 

© Wetterauer Zeitung 13.10.2010 

Lesen Sie hier auch die Reaktion von Manfred Linss, 2. Vorsitzender des Vereins „Grätsche gegen Rechtsausssen e.V.“ auf diesen Artikel.

Haben wir aus der Geschichte gelernt?

Leserbrief zu: 58-Jähriger von Rechtsextremen angegriffen, Wetterauer Zeitung vom 8. Juli 2010 

Martin Niemöller, ev. Geistlicher und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus, sagte im Rückblick auf die schrecklichen Ereignisse des 3. Reiches: „Als sie die Juden holten, habe ich nicht protestiert, denn ich war ja Christ… als sie die Sozialdemokraten holten, da habe ich auch nicht protestiert, denn ich war ja kein Sozialdemokrat… als sie die Katholiken holten, habe ich nicht protestiert, denn ich war ja Protestant… als sie mich holten, war niemand mehr da der protestieren konnte!“ Doch halt, es geht nicht nur um die Vergangenheit – heute versucht der braune Mob immer wieder Fuß zu fassen-, bei uns! In Gettenau! Vor der Haustür!

Auf heute könnten wir das Niemöller-Zitat so umschreiben: „Als sie die Asylanten überfallen haben, da habe ich nicht protestiert, denn ich war ja kein Asylant. Als sie Ausländer zusammengeprügelt haben und Hetzparolen verbreitet haben, habe ich auch nicht protestiert, denn ich war ja kein Ausländer. Als sie die Leute in der Wiesengasse überfallen und zusammengeschlagen haben, da habe ich auch nicht protestiert, denn ich wohne ja nicht in der Wiesengasse…“ Und wenn sie eines Tages mich, Sie, jemanden von uns niedermachen und zusammenprügel? Gibt es dann auch niemanden mehr, der protestiert? Nein, soweit darf es nicht kommen! Angst, Schweigen, Wegschauen – das würde das Problem nur verschärfen. Dass sogar ein Beamter die Anwohner auffordert wegzuziehen, ist skandalös – jetzt stellt sich die Frage, haben wir aus der Geschichte gelernt. Leider wurden die schlägertrupps von SA und SS, verkrachte Existenzen, die schon damals Menschen um sich scharten, unterschätzt. Keiner kann sagen, das Problem „Wiesengasse“ betrifft mich nicht. Es geht um unsere Zukunft. Wie wird unsere Jugend geprägt? Jeder ist gefragt, noch können wir eine schlimmere Entwicklung verhindern – wenn alle zusammenhalten – alle Menschen guten Willens, über konfessionelle, religiöse und politische Grenzen hinweg. Unterstützen Sie die Arbeit der „Grätsche gegen Rechtsaußen“ und auch das Festival am 28. August 2010, „Gemeinsam gegen Rechts“. 

Wolfgang Kaiser – Pfarrer aus Wölfersheim 

Verein zur Förderung demokratischen Bewusstseins