Archiv der Kategorie: Presseberichte


Frankfurter Neue Presse – Ein Netzwerk gegen den Rechtsextremismus

Siebzehn Organisationen aus der Wetterau haben am vergangenen Samstag eine Vernetzung zu einem Bündnis für Demokratie, Toleranz, Integration und gegen Rassismus in der Wetterau vorbereitet. Initiiert und organisiert haben diese Veranstaltung der Verein Antifaschistische Bildungsinitiative mit Sitz in Friedberg und der Verein Grätsche gegen Rechtsaußen (Echzell). Anlass ist nach Angaben eines Sprechers eine „schleichende Entwicklung der rechtsextremen Strukturen im und um den Wetteraukreis und die zunehmende Zuweisung von Flüchtlingen in den Kreis“.

Es bestehe dringend Handlungsbedarf der Organisatoren auf Vernetzung, als Ergebnis einer Fachtagung gegen Rechts vom 9. November 2012 in Büdingen. Die Organistoren wollen mit dieser Initiative ein deutliches Zeichen nach außen setzen. Gemeinsam werde man effizienter, könne sich inhaltlich und organisatorisch unterstützen. Man strebe an, die „Angebotsvielfalt“ der Öffentlichkeit besser zugänglich zu machen.

So startete der Samstagmittag mit einem Überblick zur Situation im Wetteraukreis mit einem Vortrag der Antifaschistischen Bildungsinitiative. Reiner Becker vom Beratungsnetzwerk Hessen führte in das Thema Netzwerk ein, referierte über die Vorteile von Netzwerken für Demokratie und gegen Rassismus.

Im Anschluss wurden in zwei Workshops die Struktur und auch die Inhalte und Wünsche an ein Netzwerk erarbeitet. Am Ende hatten die 17 Organisationen gemeinsam eine mögliche Arbeitsstruktur erarbeitet. Ziel des Netzwerkes soll es unter anderem sein, besser mit Schulen und Bildungseinrichtungen zusammenzuarbeiten und eine Verbesserung der Zusammenarbeit mit den ausländischen Organisationen zu erreichen.

© Frankfurter Neue Presse  11.02.2014


Wetterauer Zeitung – Jeder Flüchtling bekommt ein Fahrrad

Spende von Bürgern, Grätsche und Reifen Bruder – Zimmer- und Projektpatenschaften möglich

Wenn Anfang Mai die ersten Flüchtlinge in die Gemeinde kommen, erwartet sie in der Bäckergasse, wo sie im Mietshaus eines Echzellers untergebracht sind, nicht nur frisch renovierte und nach ihren Bedürfnissen umgebaute Räume. Sondern auch Fahrräder – für jeden eins.

Die Räder haben Echzeller Bürger gespendet, die ortsansässige Firma Reifen Bruder hat sie instand gesetzt. Wenn etwas fehlte, hat der Verein »Grätsche gegen Rechtsaußen« für Ersatz gesorgt. So ist nun jedes Rad mit funktionierenden Bremsen und Leuchten sowie einer Klingel, einem Gepäckträger und einem Schloss ausgestattet. Zehn Drahtesel für Erwachsene stehen zur Verfügung, außerdem ein Kinderrad und ein Roller für Kleinkinder. Zur Spende gehört auch, dass die Räder später bei Bedarf repariert werden.

»Wir wollen den Flüchtlingen Mobilität schenken«, sagte Grätsche-Sprecher Manfred Linss bei der Übergabe an Bürgermeister Wilfried Mogk und Echzells Integrationsbeauftragte Christine Woderski. »Das ist eine tolle Idee«, lobte Mogk, selber begeisterter Radler. »So sind die Neuankömmlinge unabhängig, können zum Einkaufen fahren oder andere Flüchtlinge besuchen.«

Außer über Sach- und Geldspenden können sich die Bürger ehrenamtlich zum Wohl der neuen Mitbürger einbringen. Ein Grätsche-Mitglied werde eine Zimmer-Patenschaft übernehmen, kündigte Linss an. Für die meisten Vereinsmitglieder komme aber, da sie berufstätig seien, eher eine Projekt-Patenschaft in Betracht. Was die Grätsche konkret anbieten werde, hänge von den Interessen der Flüchtlinge ab. Eins sei klar: Es soll etwas sein, das sie in ihrem Selbstwertgefühl stärke und die Integration fördere.

 

© Wetterauer Zeitung  16.04.2014

Wetterauer Zeitung – »Grätsche« beteiligt sich an Kosten für jüdisches Mahnmal

Mit einer 500-Euro-Spende hat sich der Verein »Grätsche gegen Rechtsaußen« an den Kosten für das jüdische Mahnmal in Echzell beteiligt.

Das Mahnmal soll in würdiger und gebührender Weise an die jüdischen Menschen erinnern, die einst in Echzell gelebt haben und von denen viele in Konzentrationslager deportiert und ermordet wurden. Ihre Namen sind im Sockel des Mahnmals eingraviert. Vor allem jungen Menschen soll das Kunstwerk von Alf Seckel zeigen, welche Folgen Rassismus und Faschismus haben können. Daher hoffen die Grätsche-Mitglieder, dass sich noch viele Menschen und Institutionen mit Spenden an den Kosten beteiligen, damit bald alle geplanten Figuren fertiggestellt werden können, sagte Vorsitzender Manfred Linss.

 

© Wetterauer Zeitung  27.03.2014

Wetterauer Landbote – Wetterauer Netzwerk gegen Rechts

Bündnis für Demokratie, Toleranz, Integration – gegen Rassismus

Ein Netzwerk gegen Rechts soll im Wetteraukreis entstehen. Am Samstag, 8. Februar, haben sich in Friedberg 17 Organisationen getroffen, um die Gründung in die Wege zu leiten. Das Treffen war von der Antifaschistischen Bildungsinitiative aus Friedberg und der Grätsche gegen Rechtsaußen aus Echzell organisiert worden. Die “schleichende Entwicklung der rechtsextremen Strukturen” im Kreis und die Diskussion um die Zuweisung von Flüchtlingen seien Anlass für die Netzwerkgründung, heißt es in einer Pressemitteilung.

Wetterauer Netzwerk gegen Rechts

Zu den 17 Teilnehmern des Treffens gehören neben den Organisatoren der Sportkreis Wetterau, DGB und GEW, der Asta der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM), die Ehrenamtsagentur Friedberg, das Evangelische Dekanat Nidda, das Butzbacher Bündnis für Demokratie und Toleranz, das Internationale Zentrum Friedberg, der Aktionsplan Bunterleben, die Fachstelle Jugendarbeit des Kreises, das Junity Friedberg, das Beratungsnetzwerk Hessen, die IG Metall Hessen, das Bündnis offenes Karben, die Alevitische Gemeinde und die Friedberger Grünen.

“Gemeinsam werden wir effizienter, können uns inhaltlich und organisatorisch unterstützen und gemeinsam aktiv werden”, heißt es in der Pressemitteilung zu dem Treffen. Die Teilnehmer wollen “präsenter werden und unsere Angebotsvielfalt in der Öffentlichkeit besser zugänglich machen”.  Der Informationsfluss intern und extern soll verbessert werden. Mit Schulen und Bildungseinrichtungen soll zusammengearbeitet werden und mit ausländischen Organisationen. Generationenübergreifende Veranstaltungen sind geplant und eine Ideenbörse- oder -werkstatt soll entstehen. (ieb)
Wer sich am Netzwerk beteiligen möchte, kann sich per E-Mail an cwenk@antifabi.de oder greatsche-gegen-rechtsaussen.@gmx.de wenden.

© Wetterauer Landbote 9.02.2014

Gießener Zeitung – Spendenaktion der Freien akademischen Studentenverbindung Geo-Giessensis zu Gießen

Auch in diesem Jahr spendet die Geo-Giessensis in der Vorweihnachtszeit an zwei Organisationen. Aufgrund unseres erst fünfjährigen Bestehens und der kleinen Mitgliederzahl fehlt zwar der finanzielle Rückhalt einer starken Altherrenschaft, aber Spenden sollten an die jeweiligen Voraussetzungen angepasst sein. Deshalb erhielt dieses Jahr eine kleine Geldspende die Organisation „Grätsche gegen Rechtsaussen“ in der Wetterau und einige Sachspenden an UPS, die diese an soziale Gießener Einrichtungen verteilt.

Wir entschieden uns in diesem Jahr bewusst für den Verein zur Förderung des demokratischen Bewusstseins „Grätsche gegen Rechtsaussen“ und nicht wie in der Vergangenheit für eine caritative Einrichtung. Zum einen war die Demokratisierung der deutschen Lande im 19. Jahrhundert das Primärziel der burschenschaftlichen Bewegung, die sich später in die vielfältigsten studentischen Verbindungen entwickelten und zum anderen soll damit ein ganz klares Zeichen unsererseits gegen rechte Gesinnung gesetzt werden. Die noch immer überwiegenden Vorwürfe in den Medien und seitens Verbindungsgegnern des konservativen, sexistischen und rechtsorientierten Verbindungsstudenten, sind für uns eine nicht tragbare Situation, wogegen wir ankämpfen und eine deutliche Stellung beziehen wollen. Dass diese Vorwürfe, wie in den meisten gesellschaftlichen Kreisen auch, existieren, ist nicht zu leugnen, jedoch ist nicht jeder Bursch oder gar ganze Korporation über einen Kamm zu schären. Aufgrund dessen erschien uns der Verein „Grätsche gegen Rechtsaussen“, der lokal agiert, für unterstützenswert, da er besonders mit Kindern und Jugendlichen zusammenarbeitet, um von vornherein junge Menschen aufzuklären und sie vor den Gefahren des rechten Gedankengutes zu bewahren. Überhaupt stellt die Aufklärung ein wichtiges Ziel ihrer Arbeit dar, sowie auch das Hinschauen, Werte schaffen und rechtsextreme Aktivitäten stoppen. Wer mehr über die Arbeit des Vereins erfahren möchte, kann dies unter www.graetsche-gegen-rechtsaussen.de nachlesen.

Das Spenden nicht immer teuer sein muss, zeigt das Konzept des Paketzustellers UPS. Diese sammeln bereits das fünfte Jahr in Folge Kinderkleidung und Spielsachen, um diese an lokale soziale Einrichtungen weiterzuleiten. Dazu schaute jedes Mitglied der Geo-Giessensis einfach mal bei sich Zuhause nach nicht mehr benötigten oder nach verschenkenswerten Gegenständen. Dabei wurde selbstverständlich darauf geachtet, dass die Gegenstände in einwandfreiem Zustand und kindgerecht sind. So kamen neben einem Kinderwagen auch diverse Bücher, Kuscheltiere, Sandspielsachen, ein Feuerwehrauto, diverse Kleidungsstücke und weitere Kleinigkeiten zusammen. Wir hoffen, damit als Verein einen kleinen Teil zur Hilfe beigetragen zu haben.

Das Spenden jedoch nicht immer ganz einfach ist, gerade wenn es um Sachspenden geht, wurde uns dieses Jahr auch deutlich. Einige Einrichtungen oder Vereine dürfen nichts entgegennehmen, anderen fehlt schlichtweg die Logistik zur Sichtung, Sortierung und Verteilung und wieder andere meldeten sich leider gar nicht auf eine Anfrage unsererseits. Nichtsdestotrotz wurden von den Organisationen, welche mit uns in Kontakt standen, die Arbeit und das Engagement gelobt.

Das Wichtigste sollte jedoch nicht vergessen werden, dass Spenden jedweder Art sinnvoll getätigt werden, die Menschen erreicht die damit Gutes tun können, und sich darüber freuen.

In diesem Sinne wünscht die Freie akademische Studentenverbindung Geo-Giessensis ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Start ins Jahr 2014! 

 

© Gießener Zeitung  22.12.2013

Wetterauer Zeitung – Bundesgerichtshof bestätigt Haftstrafe gegen Patrick W.

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat die gegen Patrick W. verhängte Gesamtfreiheitsstrafe von sechs Jahren und drei Monaten bestätigt. Die Revision, die der Neonazi gegen das Urteil des Landgerichts Gießen eingelegt hatte, wurde zurückgewiesen.

Am 3. Dezember 2012 war der 28-jährige Gettenauer zu sechs Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden. Das Urteil lautete unter anderem auf unerlaubte Einfuhr und Handeltreiben mit Betäubungsmitteln, auf Volksverhetzung und unerlaubten Besitz einer vollautomatischen Schusswaffe.
Der Bundesgerichtshof bestätigte dieses Urteil nun. In einem Fall kam es allerdings zu einer anderen Auffassung als das Landgericht Gießen. Dabei ging es um einen versuchten Erwerb von Betäubungsmitteln. Dieses Strafverfahren hat der BGH aus prozessökonomischen Gründen eingestellt, weil das Strafmaß angesichts der Gesamtstrafe nicht ins Gewicht falle. Am Ergebnis von sechs Jahren und drei Monaten ändert das nichts: Für diese Einzeltat hatte Patrick W. nur eine Geldstrafe von ein paar Tagessätzen bekommen.
Der Beschluss des obersten Gerichts des Landes, der bereits am 30. Oktober gefasst wurde, sei am Mittwoch beim Landgericht Gießen eingegangen, sagte Gerichtspressesprecher Dr. Dietwin Johannes Steinbach.

»Gaskammerpartys« gefeiert

An insgesamt 16 Verhandlungstagen zwischen dem 17. August und dem 3. Dezember 2012 hatte die 7. Große Strafkammer des Landgerichts Gießen eine Vielzahl von Vorgängen aufgearbeitet, die überwiegend in der inzwischen verkauften Hofreite des Angeklagten in Gettenau stattgefunden oder von dort ihren Ausgang genommen hatten. Unter anderem ging es um Drogen, Schießübungen mit einer Maschinenpistole und seine berühmt-berüchtigten »Gaskammerpartys«. In einem eigens dafür eingerichteten Raum auf dem Anwesen hatte W. Duschköpfe an der Decke montiert, aus denen er Nebel strömen ließ. Dadurch waren zahlreiche Besucher in die Ortschaft gelockt worden, die wie der Angeklagte und die von ihm gegründete Vereinigung »Old Brothers« der rechten Szene angehörten.
Die Revision war W.s einzige Möglichkeit, gegen das Urteil vorzugehen. Eine Berufung war in seinem Fall nicht in Betracht gekommen, da das Landgericht die erste Instanz war. Gegen solche Entscheidungen bleibt als Rechtsmittel nur die Revision beim Bundesgerichtshof. Dabei wird das Urteil auf Rechts- und Verfahrensfehler hin überprüft. Im Gegensatz zur Berufung werden hierbei keine Beweise erhoben, zum Beispiel Zeugen gehört. 

 

© Wetterauer Zeitung  19.12.2013

 

Frankfurter Neue Presse – Aktiv für das Gemeinwohl

Ehrenamt gewürdigt: SPD-Preise gehen dieses Jahr nach Limeshain, Echzell und Niddatal


Am vergangenen Donnerstagabend fand im Kurhaushotel Bad Salzhausen zum inzwischen dreizehnten Mal die jährliche Verleihung der Ehrenamtspreise der SPD Wetterau statt.Seit 2001 würdigt die Wetterauer SPD ehrenamtliches Engagement von Vereinen und Organisationen mit einem Preis. In diesem Jahr wurden gleich drei Vereine für historische, kulturelle und politische Projekte geehrt: Der Geschichts- und Kulturverein Limeshain, der Niddataler »Kulturelles & Kommunales« sowie die »Grätsche gegen Rechtsaußen« aus Echzell.

Ausgezeichnet wurden in diesem Jahr der Geschichts- und Kulturverein Limeshain, die „Grätsche gegen Rechtsaußen“ Echzell und der Verein „Kunst und Kommunales“ aus Niddatal-Assenheim. Musikalisch untermalt wurde der Abend durch das Niddaer „Duo Bravo“ mit dem „ungarischen Teufelsgeiger“ Robert Varady und der Pianistin Iryna Schatylo.

In seiner Begrüßung betonte der Wetterauer SPD-Vorsitzende Joachim Arnold die Bedeutung des Ehrenamtes für die Gesellschaft: „Wer für das Gemeinwohl aktiv ist, stützt die Demokratie und das soziale Miteinander. Mit der Verleihung des Ehrenamtspreises möchte sich die SPD sich herzlich für dieses freiwillige Engagement bedanken“ betonte Arnold.

Als Erste hielt die SPD-Landtagsabgeordnete Lisa Gnadl ihre Laudatio auf den Geschichts- und Kulturverein Limeshain: „Seit der Vereinsgründung 2001 folgten bis heute zwölf Jahre Engagement, etwa für den Bau der Ortseingangsschilder, die Verfüllung des Limesschnitts und die Bonifatiusroute.

Einzigartig in Deutschland

Im Jahre 2010 nahm der Verein sein bisher ehrgeizigstes Projekt in Angriff, nämlich die Rekonstruierung des Limes-Wachtturms, der in diesem Jahr eröffnet werden konnte. Er ist der einzige in antiker Technik rekonstruierte römische Turm, den es in Deutschland gibt“, sagte Gnadl.

Im Anschluss ehrte Matthias Görlach, SPD-Vorstandsmitglied aus Butzbach, den Echzeller Verein „Grätsche gegen Rechtsaußen“. Er erinnerte an die problematische Situation in Echzell, nachdem der mittlerweile zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilte „Schlitzer von Echzell“ eine Hofreite in der Gemeinde erworben und zu einem Treffpunkt für Rechtsextreme ausgebaut hatte. Diesem Treiben habe sich der Verein aktiv entgegengestellt, Gesicht gezeigt und mit Informationsarbeit und Veranstaltungen eine Gegenöffentlichkeit erzeugt, lobte Görlach.

Fahrt nach Straßburg

Die Laudatio auf den dritten Preisträger des Abends übernahm der ehemalige SPD-Landtagskandidat Jochen Schmitt, der den Verein „KuK – Kunst und Kommunales“ aus Niddatal auszeichnete. Neben kulturellen und kulinarischen Veranstaltungen sorge der Verein im kommunalen Bereich etwa für Dorfverschönerungen, wie die Bepflanzung der Blumenkästen an der Niddabrücke und den Einsatz für den Erhalt des alten Assenheimer Ortskerns.

Jeder der drei geehrten Vereine bekam die Ehrenamtsrose der Wetterauer SPD, die von der Ortenberger Künstlerin Ulrike Obenauer gestaltet wurde, sowie eine Urkunde überreicht. Außerdem konnten sich die Preisträger über einen Gutschein für eine Fahrt nach Straßburg mit einem Besuch des Europäischen Parlaments freuen.

 

© Frankfurter Neue Presse  26.11.2013


Wetterauer Zeitung – SPD-Ehrenamtspreise für drei Vereine

Seit 2001 würdigt die Wetterauer SPD ehrenamtliches Engagement von Vereinen und Organisationen mit einem Preis. In diesem Jahr wurden gleich drei Vereine für historische, kulturelle und politische Projekte geehrt: Der Geschichts- und Kulturverein Limeshain, der Niddataler »Kulturelles & Kommunales« sowie die »Grätsche gegen Rechtsaußen« aus Echzell.

Die Auszeichnung ist den Ehrenamtlichen am Donnerstagabend im Kurhaus in Bad Salzhausen verliehen worden. Landrat Joachim Arnold betonte während der Ehrung die Bedeutung des Ehrenamts für die Gesellschaft. Die Kommunen seien finanziell nicht in der Lage, vieles, was von Bürgern freiwillig geleistet werde, zu bezahlen. Noch wichtiger aber sei, dass die Menschen in der Region mehr Kreativität und Kompetenz für ihre Bedürfnisse entwickelten, als es eine Verwaltung könne. Die drei mit dem Ehrenamtspreis ausgezeichneten Projekte zeigten, wie dazu beigetragen werden könne, das Zusammenleben der Menschen zu verbessern.

SPD-Mann Jochen Schmitt berichtete, obwohl er bereits 44 Jahre in Karben wohnt, habe er die Arbeit des Vereins »Kulturelles & Kommunales« (KUK) im benachbarten Niddatal viele Jahre nicht bemerkt. An einem Sonntagmorgen im Sommer dieses Jahres sei er auf das durch den KUK-Assenheim organisierte Frühstück an der Nidda gestoßen. Er habe erfahren, wie vielfältig der Verein das kulturelle Leben in der südlichen Wetterau bereichere. Die Mitglieder organisierten Kunstausstellungen und Diskussionsrunden, Lesungen, die Aufarbeitung der Altstadtkultur und die Vorstellung fremder Kulturen unter dem Motto »Vielfalt statt Einfalt«. Mit dem Assenheimer Altstadtfest und dem Niddataler Weihnachtsmarkt trage der KUK genauso zur Belebung der Region und Begegnung von Menschen bei wie mit dem inzwischen traditionellen Gänseschmaus im November. Zudem kämen Verschönerungsaktionen in der Gemeinde, etwa die Bepflanzung von Blumenkästen, die Pflege alter und die Anlage neuer Alleen oder die Erhaltung kultureller Werte.

»Ihre Arbeit ist für mich Beleg, dass auch in kleineren Kommunen ein facettenreiches, politisches und kulturelles Leben möglich ist«, lobte Schmitt. Der KUK biete trotz fehlender öffentlicher Mittel den Bürgern eine Bereicherung des öffentlichen Lebens. Renate Hofmann, Vorsitzende des Vereins, dankte für die Auszeichnung für 13 Jahre des kulturellen aber auch künstlerischen Schaffens. Das sei Anreiz, »das mindestens noch 13 Jahre« zu tun.

Auch die »Grätsche gegen Rechtsaußen« aus Echzell wurde geehrt – ein Verein, »von dem ich wünschte, dass er nicht nötig wäre«, sagte Dr. Matthias Görlach. Entstanden war der Verein aus dem Gedanken heraus, etwas gegen den Zuzug von Rechtsradikalen zu unternehmen. Die Aktionen der »Grätsche gegen Rechtsaußen« hätten nicht nur gezeigt, dass es in Echzell entschiedenen Widerstand gegen Extremismus und Intoleranz gebe. Sie hätten auch den Erfolg gehabt, dass die Strukturen, die dort von Rechtsradikalen aufgebaut werden sollten, schnell wieder zerfielen, berichtete Görlach. Der Verein werde ausgezeichnet, weil er das Grundproblem, das hinter dem Auftauchen von Rechtsradikalen stehe, erkannt habe und weiter bearbeite. Durch Zusammenarbeit mit anderen Vereinen kläre die »Grätsche« über rechtsradikale Tendenzen und Gedanken auf.

Der Vorsitzende des Vereins, Manfred Linss, wies darauf hin, dass »angesichts des Vormarschs der rechten Populisten in Europa und der Wetterau« die Aufklärung nötiger denn je sei. »Kleinigkeiten, die in Richtung Rechtsextremismus gehen«, seien im Alltag überall anzutreffen. Seine Vorgängerin als Vorsitzende, Olivia Bickerle, dankte SPD-Landtagsabgeordneter Lisa Gnadl, die den Verein von Anfang an begleitet und unterstützt habe. »Es hat in der Vergangenheit für uns in Echzell körperliche und psychische Repressalien gegeben«, erinnerte sie. Die Auszeichnung mache Mut, weiterzuarbeiten.

Der Geschichts- und Kulturverein Limeshain wurde unter anderem für seine Rekonstruktion eines Limeswachturms ausgezeichnet. Möglich wurde das Projekt durch das Engagement der Mitglieder. Aber auch durch die Gemeinde, die nie einen Zweifel daran aufkommen ließ, dass sie das Projekt mitträgt. So war Bürgermeister Adolf Ludwig bei der Einweihung in germanischer Gewandung erschienen.

Lisa Gnadl skizzierte in ihrer Laudatio die verschiedenen Stationen – von der Vereinsgründung, über erste Aktionen bis zum fertigen Turm. Sie wies darauf hin, dass der Turm als einziger der Limeswachtürme, die an der Grenzlinie wieder aufgebaut worden seien, konsequent in alten Arbeitstechniken und -materialien errichtet worden sei. Sie habe den Turm in der Entstehungszeit mehrmals mit ihrer Familie und mit politischen Freunden besucht. »Immer wieder konnte ich die große Begeisterung der Mitglieder und Besucher erleben«, sagte Gnadl. »Das macht den besonderen Charakter des Vereins aus.«

 Die Vorsitzende des Vereins, Stine Kockrick, erwiderte, die Mitglieder seien in den 1990er Jahren noch für die Idee belächelt worden, einen Wachturm zu rekonstruieren. »Wir hatten keine Ahnung, dass wir in so kurzer Zeit die Eröffnung feiern konnten«, sagte sie. »Wir werden in der Zukunft und den nächsten Jahren zeigen, dass wir dieses Ehrenamtspreises würdig sind«, versprach Kockrick. Weitere Projekte seien bereits in Planung. »Kommen Sie zu uns nach Limeshain, wir sind einen Ausflug wert.«

 

© Wetterauer Zeitung  24.11.2013

 

 

Kreis-Anzeiger – Kreativ und kompetent

Ehrenamtspreis Wetterauer SPD zeichnet Vereine aus Limeshain, Echzell und Assenheim aus

Seit 2001 würdigt die SPD Wetterau besonderes ehrenamtliches Engagement in Vereinen und Organisationen mit einem Preis. In diesem Jahr wurden drei Vereine aus Limeshain, Echzell und Assenheim für historische, kulturelle und politische Projekte geehrt.

Landrat Joachim Arnold betonte die Bedeutung des Ehrenamts für die Gesellschaft. Die Kommunen seien finanziell nicht in der Lage, vieles zu bezahlen, was von Bürgern freiwillig geleistet werde. Wichtiger sei jedoch, dass die Menschen in der Region mehr Kreativität und Kompetenz für ihre Bedürfnisse entwickelten, als es eine Verwaltung könne. Die drei ausgezeichneten Projekte zeigten, wie das Zusammenwirken von engagierten Bürgern und Kommunen dazu beitragen könne, das Zusammenleben der Menschen zu verbessern.

Der Geschichts- und Kulturverein Limeshain wurde unter anderem für seine Rekonstruktion eines Limeswachtturms ausgezeichnet. Möglich wurde das Projekt durch das außergewöhnliche Engagement der Mitglieder. Aber auch die Gemeinde, allen voran Bürgermeister Adolf Ludwig, ließ nie einen Zweifel daran, dass sie die Rekonstruktion mitträgt.

Landtagsabgeordnete Lisa Gnadl skizzierte in ihrer Laudatio die verschiedenen Stationen von der Vereinsgründung über erste Aktionen bis zum fertigen Turm. Sie wies darauf hin, dass dieser als einziger der Limeswachttürme, die an der Grenzlinie wieder aufgebaut worden seien, konsequent mit Arbeitstechniken und -materialien der Römer errichtet worden sei. Sie habe den Turm in der Entstehungszeit mehrmals mit ihrer Familie, aber auch mit politischen Freunden besucht. „Immer wieder konnte ich die Begeisterung der Mitglieder und Besucher erleben“, erklärte sie. „Das macht den besonderen Charakter dieses Vereins aus.“

Vorsitzende Stine Kockrick berichtete, dass die Mitglieder in den 90er Jahren noch belächelt worden seien für die Idee, einen Wachtturm zu rekonstruieren und Tourismus nach Limeshain zu bringen. „Wir hatten keine Ahnung, dass wir in so kurzer Zeit die Eröffnung feiern konnten“, wundert sie sich noch heute, welche Dynamik das Projekt entwickelt hat.

„Wir werden in der Zukunft und den nächsten Jahren zeigen, dass wir dieses Ehrenamtspreises würdig sind“, versprach sie. Weitere Projekte seien bereits in Planung. „Kommen Sie zu uns nach Limeshain, wir sind einen Ausflug wert“, rief sie die Besucher auf.

Die „Grätsche gegen Rechtsaußen“ aus Echzell sei ein Verein, „von dem ich wünschte, dass er nicht nötig wäre“, bemerkte Dr. Matthias Görlach in seiner Laudatio. Denn entstanden war der Verein aus dem Engagement der Bürger gegen den Zuzug von Rechtsradikalen in ihre Gemeinde. Die Aktionen der „Grätsche gegen Rechtsaußen“ hätten nicht nur gezeigt, dass es in Echzell entschiedenen Widerstand gegen Extremismus und Intoleranz gebe. Sie hätten auch den Erfolg gehabt, dass die Strukturen, die dort von Rechtsradikalen aufgebaut werden sollten, schnell wieder zerfielen.

Der Verein werde ausgezeichnet, weil er das Grundproblem, das hinter dem Auftauchen von Rechtsradikalen stehe, erkannt habe und weiter bearbeite. Durch die Zusammenarbeit mit anderen Vereinen kläre die „Grätsche gegen Rechtsaußen“ über rechtsradikale Tendenzen und rechtes Gedankengut auf. „Ich halte insbesondere den Kontakt mit anderen Vereinen, gerade den Sportvereinen, die in unserer Gesellschaft noch am ehesten als Ansprechpartner für die heranwachsende Generation fungieren, für extrem wichtig“, betonte Görlach.

Vorsitzender Manfred Linss wies darauf hin, dass „angesichts des Vormarschs der rechten Populisten in Europa und der Wetterau“ die Aufklärung nötiger denn je sei. „Kleinigkeiten, die in Richtung Rechtsextremismus gehen“, seien im Alltag überall anzutreffen. Seine Vorgängerin Olivia Bickerle dankte ausdrücklich Gnadl, die den Verein von Anfang an begleitet und unterstützt habe. „Es hat in der Vergangenheit für uns in Echzell körperliche und psychische Repressalien gegeben“, betonte sie die Belastungen durch die Vereinsarbeit. Die Auszeichnung mit dem Ehrenamtspreis mache Mut, weiterzuarbeiten.

 Laudator Jochen Schmitt wunderte sich, dass er die Arbeit des Vereins „Kunst & Kommunales“ im benachbarten Assenheim lange nicht bemerkt habe, obwohl er schon 44 Jahre in Karben wohne. Man müsse manchmal über den Tellerrrand schauen, um Neues zu entdecken. Vielfältig bereichere der Verein das kulturelle Leben in der südlichen Wetterau. Dazu gehörten Kunstausstellungen und Diskussionsrunden in der ehemaligen Synagoge, Lesungen, die Aufarbeitung der Altstadtkultur, aber auch die Vorstellung fremdländischer Kulturen, das Altstadtfest und der Niddataler Weihnachtsmarkt. „Ihre Arbeit ist für mich Beleg, dass auch in kleineren Kommunen ein facettenreiches kulturelles Leben möglich ist“, lobte Schmitt.

 

© Kreis-Anzeiger  23.11.2013

 

Kreis Anzeiger – „Orleshausen kein rechtsradikales Nest“

An die 30 Bürger kamen am Sonntag zur Kundgebung gegen Rechtsextremismus und zur Mahnwache für Opfer rechtsextremer Gewalt auf den Dorfplatz in Orleshausen, darunter Vertreter der Büdinger Politik und des Orleshäuser Ortsbeirats. Zur Demonstration aufgerufen hatten die Mitglieder der Antifaschistischen Bildungsinitiative e.V. (Antifa-BI) unter der Leitung von Andreas Balser. Den Dorfplatz in Orleshausen habe man bewusst für die Demonstration gewählt, da nur wenig entfernt in einem Gasthof regelmäßig Tagungen und Vorträge der hessischen NPD stattfänden. Unter dem Leitspruch: „Kein (Frei-)Raum für die NPD“ wurde aufgefordert, sich gegen Rechtsextremismus zu wehren und den Kampf um Demokratie zu unterstützen.

Rechtsextreme Parteien erhielten bei der Hessenwahl mehr als 40000 Stimmen. Die NPD habe in Büdingen sowie in vielen Kommunen der Ost-Wetterau Wähler hinzugewonnen und hier auch ihr hessenweit stärkstes Ergebnis eingefahren, so Balser.

Die Region um Büdingen sei Hochburg der NPD in Hessen. In Büdingen hatte die NPD ein Wahlergebnis von 3,5 Prozent und wurde in Orleshausen drittstärkste Partei. In der Hoffnung, dass sich auch in Büdingen Protest erhebe, rief Balser die Bürger auf, sich gegen „neonazistische Umtriebe“ zu wehren und für Demokratie und Toleranz einzutreten. „In Büdingen soll kein Raum für Neonazis sein“, betonte er und überreichte jedem Anwesenden eine „weiße Rose gegen braune Gewalt“ in Anlehnung an die gleichnamige Widerstandsbewegung im Dritten Reich.

Balser händigte auch Flyer vom „Beratungsnetzwerk Hessen“ aus, das sich als mobile Intervention gegen Rechtsextremismus verstehe. Rechtsradikalismus und Rechtsextremismus würden im Alltag unterschiedlich wahrgenommen, sagte Bürgermeister Erich Spamer. Zwar habe es öffentliches Entsetzen über die Verbrechen der Terrorzelle NSU gegeben, doch leider würden die Taten von vielen auf einzelne Kriminelle reduziert. Beängstigend finde er, dass heute schon in Teilen der Jugendszene das „rechte Denken“, dessen Mentalität und die Zugehörigkeit zu rechtsextremen Gruppen zum Alltag gehörten. Die Demokraten müssten handeln und dies nicht als Sektierertum abtun. „Wir wollen keine Rechtsradikalen, weder in Büdingen noch in Hessen oder Deutschland“, sagte Spamer. Landtagsabgeordnete Lisa Gnadl betonte, es sei schockierend, dass die NPD bei den Wahlen so zulegen konnte. Vielen seien im Wahlkampf die menschenverachtenden Parolen gegen Sinti, Roma oder Migranten aufgefallen, leider sei man im Kampf gegen jene Wahlplakate nicht erfolgreich gewesen, die Parolen seien offen toleriert worden. Sie wünschte sich die Abschaffung der Extremismusklausel, die Projekte gegen Rechtsextremismus verhindere und darüber hinaus genug Landesmittel, um den Kampf gegen Rechtsextremismus stärker auszubauen.

Ortsvorsteherin Hana Schwenger und Mitglieder des Ortsbeirats betonten, dass Orleshausen kein rechtsradikales Nest sei. Die Einstellung vieler Leute: „Ich bin zwar kein Nazi, aber Politik ist mir egal“, sei gefährlich. Man müsse Fragen stellen wie und wo der Rassismus beginne, welcher Hass gegen Immigranten und Andersartige sich ausbreite, oder warum man als Gastwirt die Tagungen und Vorträge der NPD in seinen Räumen überhaupt zulasse. Alle bedankten sich bei Balser für die Kundgebung und bei den Bürgern für den Mut, an der Kundgebung teilzunehmen. Eva-Marleen Christoph von der „Grätsche gegen Rechtsaußen“, einem Verein zur Förderung demokratischen Bewusstseins in Echzell, erzählte, der Verein habe mit nur wenigen Leuten angefangen, doch dann seien es immer mehr geworden. „Habt den Mut und zeigt Gesicht“, so Christoph.

 

© Kreis Anzeiger  23.10.2013