Archiv der Kategorie: Presseberichte


Frankfurter Rundschau – Echzell ist kein braunes Nest

Frau Bickerle, wie ist die Situation in der Wiesengasse?

Es ist relativ ruhig. Aber wir bemerken von der rechtsextremen Gruppierung hier wieder verstärkt Aktivitäten. Allerdings haben die sich nach außerhalb Echzells verlagert. Die vergangenen beiden Partys waren in Florstadt-Staden.

Bekommt das übrige Echzell mit, was sich in der Wiesengasse abspielt?

Ja, auf jeden Fall. Wir hatten am vergangenen Wochenende ein Kirchplatzfest, dort ist das bei der Eröffnung vom Vorsitzenden des Gewerbevereins angesprochen worden. Er hat alle Echzeller aufgefordert, das Festival zu besuchen, sich gemeinsam gegen Rechtsaußen zu stellen und ein deutliches Zeichen zu setzen. Das ist ein großes Gesprächsthema hier im Ort.

Ist der Rechtsextreme Patrick W. in Echzell isoliert?

Langsam ja. Aber er versucht nach wie vor an die Jugendlichen heran zu kommen. Und er ist über verschiedene Jugendliche, die in Echzell wohnen, auch vernetzt.

Herr W. soll in seiner Hofreite eine Gegenparty gegen das Festival der Initiative planen.

Wir wissen nur, dass die Frau von Herrn W. diese Woche Geburtstag hat und dass dort eventuell eine Geburtstagsfeier geplant ist. Bestätigt hat sich dieses Gerücht bislang nicht. Allerdings haben wir dieses Woche einen „Old Brothers“ Getränkewagen auf die Hofreite fahren sehen.

Haben die eigene Getränkewagen?

Ja, ja, ganz eigene Getränkewagen.

Was erhoffen Sie sich von Ihrem Festival?

Natürlich sehr viele Besucher. Dass alle ein Zeichen dafür setzen, dass Echzell kein braunes Nest ist, sondern dass die Mehrheit der Bürger hier für ein demokratisches und tolerantes Miteinander steht. Wir erhoffen uns, dass die Besucher viel Spaß auf diesem Fest haben werden und sich nebenbei auch mit dem Thema Rechtsextremismus auseinandersetzen. Wir haben viele Bündnispartner da, die auch über die rechtsextremen Umtriebe im Umfeld von Echzell und im Wetteraukreis berichten werden. Olivia Bickerle ist Sprecherin der Bürgerinitiative Grätsche gegen Rechtsaußen in Echzell.

Interview: Bruno Rieb 

© Frankfurter Rundschau 2010

 

 

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Frankfurter Neue Presse – Echzell wehrt sich gegen rechte Nachbarn

Die Bürger der Wetterau-Gemeinde Echzell haben genug von rechten Parolen in ihrem Ort und wollen ein Zeichen dagegen setzen. Unter dem Motto «Gemeinsam gegen Rechtsaußen» soll am Samstag (28. August) ein Sport- und Musikfestival die Menschen in dem Ort aufrütteln. «Unser Ziel ist es, alle zum Hinschauen auf die rechtsextremen Umtriebe zu bewegen», sagte am Donnerstag Manfred Linss von der Bürgerinitiative «Grätsche gegen Rechtsaußen», die das Fest organisiert. Das Festival bietet neben Sport, Spiel, Tombola und Livemusik auch Infos über Rechtsextremismus. Die Probleme in der 5800-Einwohner- Gemeinde begannen 2008, als ein Anhänger der Szene herzog.

© 2010 Frankfurter Neue Presse

Kreis-Anzeiger – Bürgerinitiative gewinnt prominente Unterstützer

Großes Sport- und Musikfestival gegen Rechts in Echzell – Infostände und Fotoaktion – Abends tritt Fräulein Wunder auf

(pd). „Gemeinsam gegen Rechtsaußen“ – das ist das Motto des Echzeller Festivals am Samstag, 28. August, am Sportplatz Gettenau, das unter der Schirmherrschaft des Bürgermeisters Dieter Müller steht.

Mit der Unterstützung der Sportjugend Hessen in Verbindung mit dem Beratungsnetzwerk Hessen und dem Engagement vieler Echzeller Vereine ist es der Bürgerinitiative „Grätsche gegen Rechtsaußen“ gelungen, ein vielfältiges und interessantes Programm zusammenzustellen. Es beginnt mit sportlichen Angeboten und endet abends mit Live-Musik und Disko – für Familien, Kinder und Jugendliche, die sich gemeinsam gegen die rechtsextremen Tätigkeiten in Echzell und Umgebung stellen wollen.

Ziel des Festivals ist es, alle Bürger und insbesondere Jugendliche zum Hinschauen auf die rechtsextremen Umtriebe in der Wetterau und den angrenzenden Landkreisen zu bewegen. Auf demokratischem Weg und in der großen Gemeinschaft kann jeder Einzelne den Mut aufbringen, sich gegen menschenverachtendes Gedankengut zur Wehr zu setzen und dagegen anzugehen.

Das Festival startet mittags um 15 Uhr mit einem Fußballturnier unter dem Motto „Kicken gegen Rechtsaußen“. Ab 16 Uhr geht es „Sportlich gegen Rechtsaußen“ weiter: Es wird einen Parcours mit vielen Stationen geben, eine Tombola mit außergewöhnlichen Preisen, verschiedene Workshops für Kinder und Jugendliche und den sogenannten „Jedermann-Sponsoren-Lauf“, dessen Erlös der Jugendarbeit der Bürgerinitiative zugute kommt. Insbesondere Jugendliche werden mit dem Workshop-Programm angesprochen und können Schnupperkurse im Skaten, Tanzen oder Singen belegen.

Neben den spielerischen und sportlichen Angeboten können die Besucher zudem ihr Wissen zum Thema Rechtsextremismus testen und durch die Informationsangebote erweitern. Eine Ausstellung lädt Besucher ein, sich eingehend mit der Problematik in Echzell und anderswo zu befassen. Zahlreiche Informationsstände bieten darüber hinaus persönliche Hilfe und Ratschläge an. Erstmals wird in diesem Rahmen die Fotoaktion „Gemeinsam gegen Rechtsaußen“ vorgestellt. Die Aktion hat bereits viele prominente Unterstützer, etwa die Rodgau Monotones, Martin Stöck und Cherry Gehring von Pur, Alex Auer von der Band Xavier Naidoos und Leon Taylor, den Vertreter Hessens beim Bundesvision Songcontest 2010. Alle Besucher des Festivals können sich kostenlos „Schulter an Schulter“ mit den Prominenten fotografieren lassen und „gemeinsam gegen Rechtsaußen“ stehen.

Ab 19 Uhr erreicht das Festival seinen musikalischen Höhepunkt: Es spielen live Fräulein Wunder, Hartmann und XXXX. Alle Künstler verzichten auf ihre Gage und demonstrieren damit ihre Position gegen Rechts.

Außerdem haben sich bereits prominente Unterstützer aus der hessischen Politik angekündigt: Thorsten Schäfer-Gümbel, Vorsitzender der SPD in Hessen, Lisa Gnadl und Ernst-Ewald Roth, beide SPD-Mitglieder und Abgeordnete des hessischen Landtages, bleiben sicherlich nicht die einzigen Politiker, welche die Organisatoren durch ihre Anwesenheit beehren und unterstützen.

Die Veranstalter behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die der rechten Szene zuzuordnen sind oder in der Vergangenheit durch rechte Äußerungen aufgefallen sind, den Zutritt zu verwehren. Des Weiteren ist das Filmen und Fotografieren ohne Genehmigung untersagt.

Die Bürgerinitiative „Grätsche gegen Rechtsaußen“ gründete sich Ende 2009, ist parteipolitisch unabhängig und verfolgt das Ziel, die Ausweitung der rechtsextremen Tendenzen in Echzell und Umgebung zu verhindern und eine gut aufgeklärte Jugend zu stützen und zu fördern. Die Bürgerinitiative freut sich über tatkräftige Mitarbeit und Spenden. Interessierte können sich unter der E-Mail-Adresse nettenachbarn@yahoo.de melden.

© Kreis-Anzeiger 2010 

 

 

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Wiesbadener Tagblatt – Echzell wehrt sich gegen rechte Nachbarn

Die Bürger der Wetterau-Gemeinde Echzell haben genug von rechten Parolen in ihrem Ort und wollen ein Zeichen dagegen setzen. Unter dem Motto «Gemeinsam gegen Rechtsaußen» soll am Samstag (28. August) ein Sport- und Musikfestival die Menschen in dem Ort aufrütteln. «Unser Ziel ist es, alle zum Hinschauen auf die rechtsextremen Umtriebe zu bewegen», sagte am Donnerstag Manfred Linss von der Bürgerinitiative «Grätsche gegen Rechtsaußen», die das Fest organisiert. Das Festival bietet neben Sport, Spiel, Tombola und Livemusik auch Infos über Rechtsextremismus. Die Probleme in der 5800-Einwohner- Gemeinde begannen 2008, als ein Anhänger der Szene herzog.

© 2010 Verlagsgruppe Rhein-Main

 

 

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Wetterauer Zeitung – Sportler und Musiker stellen sich gegen Rechts

Echzell (pm). »Gemeinsam gegen Rechtsaußen« – dies ist das Motto eines Festivals am Samstag, 28. August, auf dem Sportplatz in Gettenau. Mit Unterstützung der Sportjugend Hessen, des hessischen Beratungsnetzwerkes und vieler Echzeller Vereine hat die Bürgerinitiative »Grätsche gegen Rechtsaußen« ein vielfältiges Programm auf die Beine gestellt.

Beginnend mit sportlichen Angeboten, endet das Festival unter Schirmherrschaft von Bürgermeister Dieter Müller abends mit Live-Musik und Disko. Gedacht ist es für Familien, Kinder und Jugendliche, die sich gegen rechtsextreme Tätigkeiten in Echzell und Umgebung stellen wollen. »Ziel ist es, alle Bürger und insbesondere Jugendliche zum Hinschauen auf die rechtsextremen Umtriebe in der Wetterau und den angrenzenden Landkreisen zu bewegen«, schreibt die Bürgerinitiative in ihrer Ankündigung. Und: »Nazis haben keinen Zutritt.«

Das Festival beginnt um 16 Uhr mit sportlichen Aktivitäten: Es wird einen Parcours mit vielen Stationen geben, eine Tombola, Workshops für Kinder und Jugendliche sowie einen Jedermann-Sponsoren-Lauf, dessen Erlös der Jugendarbeit der Bürgerinitiative zugute kommen soll. Insbesondere Jugendliche sollen mit dem Workshop-Programm angesprochen werden: Sie können Schnupperkurse im Skaten, Tanzen oder Singen belegen.

Neben den spielerischen und sportlichen Angeboten können die Besucher ihr Wissen zum Thema Rechtsextremismus testen und durch die Informationsangebote vor Ort erweitern. Eine Ausstellung lädt dazu ein, sich eingehend mit der Problematik zu befassen. An zahlreichen Stände gibt’s darüber hinaus Hilfe und Tipps.

Auch die Fotoaktion »Gemeinsam gegen Rechtsaußen« wird vorgestellt, die schon viele prominente Unterstützer hat, unter anderem die Rodgau Monotones, Martin Stöck und Cherry Gehring von Pur, Alex Auer von Xavier Naidoo und Leon Taylor, Hessens Vertreter beim Bundesvision Songcontest 2010. Alle Besucher des Festivals können sich kostenlos »Schulter an Schulter« mit den Promis ablichten lassen.

Ab 19 Uhr läuft das Festival auf seinen musikalischen Höhepunkt zu, wenn erst Hartmann und dann Fräulein Wunder die Bühne betreten. Alle Künstler verzichten an diesem Abend auf ihre Gage, versteht sich. Mehr Infos über die Bürgerinitiative gibt’s im Internet: www.graetsche-gegen-rechtsaussen.de.

© Wetterauer Zeitung

 

 

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Kreis-Anzeiger – Festival mit Botschaft: Gemeinsam gegen Rechts

(red). Der Verein „Grätsche gegen Rechtsaußen“ lädt für kommenden Samstag, 6. August, unter dem Motto „Aus der Region, aus Deutschland, aus Europa: die Mischung macht’s!“ zu einem Musikfestival nach Echzell ein. „Gemeinsam gegen Rechtsaußen“ lautet der Slogan der Veranstaltung, die auf dem Sportgelände des Echzeller Ortsteiles Gettenau stattfindet.

Der Festival wird nach dem ökumenischen Gottesdienst um 14 Uhr traditionell vom Musikverein Echzell, dem Gesangverein Einheit Echzell und dem Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Blofeld eröffnet. Am Abend wollen es die Veranstalter richtig krachen lassen. Wo im vergangenen Jahr Fräulein Wunder und Hartmann ein breites Publikum begeistern konnten, erklingen in diesem Jahr andere, frechere Töne. Gleich drei Bands geben sich die Ehre.

Der 24-jährige Sänger und Liedermacher „Domi, bade!“ kommt aus Ranstadt und punktet bei seinen Fans mit deutschen Texten, die intelligent, witzig und zuweilen sehr kritisch sind. Sein Engagement beim Festival „Gemeinsam gegen Rechtsaußen“ vertritt er mit klaren Worten: „Rechtsradikalismus sollte in unserer Gesellschaft keinen Platz haben. Und es ist extrem wichtig, dass gerade in den ländlichen Regionen mehr Initiative gegen Gewaltverherrlichung und Intoleranz gezeigt wird.“ Er bringt seine Liveband mit und eröffnet das Konzert um 19.30 Uhr.

Um 21 Uhr übernehmen die „Coconut Butts“ aus Aachen. Die sieben Jungs sind schrill, bunt und bringen eine ganze Menge Blech mit auf die Bühne. Das braucht man auch, um ordentlichen Ska-Punk abzuliefern. Mit schnellen Takten und englischer Sprache unterscheiden sie sich erheblich von ihren Vorgängern. Frech und vorwitzig kommen sie daher. Die Gruppe kennt sich schon lange und hat 2007 beschlossen, auch gemeinsam Musik zu machen. Dass den Jungs auch Reggae im Blut liegt, lässt sich nicht leugnen. Johannes, Schlagzeuger der Band, sagt: „Auch wenn wir keine direkt politisch orientierte Band sind, sind wir alles andere als politisch uninteressiert. Die Geschichten, die wir in unseren Liedern erzählen, haben alle ihren individuellen Bezug zu Themen wie Freiheit, Solidarität und einem positiven Blick nach Vorne. Daher ist es für uns Ehrensache, derartige Organisationen und Veranstaltungen für ein friedliches Miteinander und gegen jegliche dumme Intoleranz zu unterstützen.“

Zudem werden ab 22.30 Uhr die Gäste mit dem längsten Anreiseweg die Bühne rocken. Aus Schweden kommen „Mary Fay“, eine der hoffnungsvollsten Formationen in der europäischen Nachwuchsmusikwelt. Sie werden jetzt bereits als die kommenden „Mary Fay“ aus Schweden spielen Rockmusik zwischen Nirvana und The Rasmus. Sie treten am Samstag beim Festival „Gemeinsam gegen Rechtsaußen“ auf. Foto: red Montag, 08. August 2011 12:49 Uhr URL: http://www.kreis-anzeiger.de/lokales/wetteraukreis/echzell/11016605.htm ECHZELL Festival mit Botschaft: Gemeinsam gegen Rechts 05.08.2011 – GETTENAU Kreis-Anzeiger – Druckansicht: Festival mit Botschaft: Gemeinsa… http://www.kreis-anzeiger.de/lokales/wetteraukreis/echzell/print_… 1 von 2 08.08.2011 17:05 schwedischen Rock-Überflieger in der Fachpresse betitelt. Ihre Musik beschreiben sie auf ihrer Homepage als „emotionalen Rock mit poppigen Einflüssen und einer speziellen Mischung aus kräftigem Sound mit anspruchsvollen Texten“. Sie rocken zwischen Nirvana und The Rasmus.

Schon am Nachmittag gibt es ein Unterhaltungsprogramm für die gesamte Familie. So gibt es wieder eine Rallye mit Sportstationen, eine Tombola, einen Jedermann-Sponsorenlauf, einen Discofox- und Kampfsport-Workshop und zahlreiche Informationsstände.

Unterstützt wird das Festival von der Sportjugend Hessen, dem Beratungsnetzwerk Hessen sowie dem Bundesprogramm „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“. Der Eintritt ist frei.

Die „Grätsche gegen Rechtsaußen – Verein zur Förderung demokratischen Bewusstseins“ ist gemeinnützig, parteipolitisch unabhängig, und alle Mitglieder sind ehrenamtlich tätig. Fokus liegt auf der Vernetzung der Wetterauer Bündnisse, Parlamente und Bürger, um die den rechtsextremen Tendenzen in der gesamten Wetterau entgegenzustellen.

© Kreis-Anzeiger 2011 

 

 

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Wetterauer Zeitung – Nach der Verhaftung des »Schlitzers« Erneute Hausdurchsuchung in der Wiesengasse

(chh). Während der »Schlitzer« in Untersuchungshaft sitzt, haben Beamte der Friedberger Polizei erneut seine Hofreite in der Wiesengasse durchsucht. »Es stimmt, dass mehrere Beamte das Anwesen durchsuchen«, bestätigte Polizeisprecher ,Jörg Reinemer auf Anfrage der WZ. »Es handelt sich hierbei um eine Folgemaßnahme der Verhaftung von vor zwei Wochen.« Der 25-Jährige aus Gettenau sitzt seit Mittwoch, 6. Juli, in Untersuchungshaft (die WZ berichtete). Ihm wird vorgeworfen, illegal Drogen ins Land eingeführt zu haben, um damit zu handeln. Er war mit 4,5 Kilogramm Amphetamin und rund 600 Gramm Marihuana im Gepäck festgenommen worden. 

© Wetterauer Zeitung 26.07.2010

Wetterauer Zeitung – Sieben Hunde sichergestellt

(dab). Auf einem Grundstück in der Wiesengasse sind am Freitag sieben Hunde sichergestellt worden. Die mutmaßlich als gefährlich einzustufenden Hunde seien nicht angemeldet, teilte Ordnungsamtsleiter Thomas Alber mit. Auch werde nur für einen Vierbeiner Steuern bezahlt.

Es habe Hinweise darauf gegeben, dass auf dem Grundstück mehrere Hunde gehalten werden, eventuell sogar ein gewerbsmäßiger Handel betrieben wird. Trotz mehrmaliger Aufforderung von Ordnungsamt und Tieraufsicht des Wetteraukreises habe der Eigentümer der Hofreite aber nicht erklärt, welche und wie viele Hunde bei ihm leben.

Sicher ist laut Alber, dass mindestens einer der Hunde ein Pit-Bull-Mix ist. Das hebe auch die Tieraufsicht nach einem Kontrollbesuch im Vorfeld bestätigt. Zwar seien die Hunde nicht auffällig geworden und auch beim Abtransport „lieb“ gewesen — im Gegensatz zu deren Besitzer, der »körperlich gegen die Behördenmitarbeiter vorgegangen« sei. Doch für sogenannte Listenhunde muss ein Fachkunde- und Wesenstest vorgelegt werden, eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen und Hundesteuer bezahlt werden. Ein weiteres Problem in diesem Fall: Dem Mann, der die Hunde vermutlich hält mangele es an der persönlichen Zuverlässigkeit, die vom Gesetzgeber gefordert werde. „Er ist einschlägig vorbestraft, wegen Körperverletzung. Er selber darf die Tiere nicht halten“, erklärte Alber.

Die Hunde sind nun erst einmal im Tierheim untergebracht. Ein Rassegutachten soll klären, ob es sich bei allen um Listenhunde handelt. Auch der Vorwurf des Handels muss geklärt werden. Dem Besitzer droht eine Geldbuße.

© Wetterauer Zeitung 17.07.2010

FR-Online – Polizei in Echzell – Empörung über rechte Gewalt

Nach dem Bericht über ein Video mit rechtsextremer Gewalt in Echzell weist die Polizei den Vorwurf der Tatenlosigkeit zurück. Die zu sehende Person habe nicht eingreifen dürfen. Von Bruno Rieb

Der Bericht der Frankfurter Rundschau über ein Video mit rechtsextremer Gewalt in Echzell auf der Internetplattform Youtube hat eine Welle der Empörung ausgelöst. Das Medieninteresse an den Verhältnissen in Echzell sei nun enorm, berichtete gestern Olivia Bickerle, Sprecherin der Bürgerinitiative (BI) gegen Rechts in Echzell.

Sie fordert eine stärkere Präsenz der Polizei in der Straße und eine intensivere Beobachtung der Rechtsextremen. Die Polizei sei bei dem Angriff der Rechten überfordert gewesen, urteilt Bickerle.

Die Polizei weist den Vorwurf der Tatenlosigkeit zurück. Zwar habe ein Polizist der Schlägerei nur zugesehen, räumt Jörg Reinmer, Sprecher der Polizei in Friedberg, ein. Es handele sich hier aber um einen Praktikanten, der nicht eingreifen durfte. Das Video zeigt den Mann, wie er auf der Straße – zwischen Streifenwagen und Schlägerei – nur hin und her läuft.

Ein anderer Beamte habe versucht, Schläger und Opfer zu trennen, sagt Reinmer. Dabei habe das Opfer die Hose verloren. Ein dritter Polizist sei in der Hofreite gewesen und habe sein Hemd gereinigt. Die Polizei sei bereits vor Ort gewesen – wegen Ruhestörung, die von der Hofreite des Rechtsextremen ausgegangen sei. Die Musik sei bereits leiser gedreht gewesen, als die Situation eskalierte.

Das Opfer, Bewohner des Nachbarhauses und Mitglied der BI, protestierte gegen die Videokameras des Rechtsextremen. Der hatte mit seinem Tätowierstudio Old Brothers und dem Versand von T-Shirts einschlägige Bekanntheit erlangt. Seine Hofreite nennt er „Old Brothers Castle“.

Zwei Kameras überwachen die Straße. Mit einer wurde das auf Youtube veröffentlichte Video aufgenommen. Es zeigt, wie ein Mann durch einem Schlägertrupp von einer Leiter gezerrt und ihm die Hose ausgezogen wird. Es ist unterlegt mit hämischen Kommentaren und wurde ins Internet gestellt, um die Bürgerinitiative einzuschüchtern.

© FR-Online 2010  

Wetterauer Zeitung – 58-Jähriger von Rechtsetxremen angegriffen

Video der Tat im Internet aufgetaucht – Vorwürfe gegen Polizisten: Mit der Situation überfordert gewesen

Ein 58jähriger Mann aus der Wiesengasse ist von Anhängern der rechtsextremen Szene angegriffen und verletzt worden. Nachdem Werner Schubert sich mit seinem Nachbarn, seit dessen Zuzug es häufig Ärger in der Straße gibt, gestritten hatte, wurde er von einer Gruppe offensichtlich Gäste des Szenemitglieds zu Boden gerissen, überwältigt und der Hose beraubt. Damit nicht genug: Die Tat, die sich bereits in der Nacht zum 9. Mai ereignete, ist mit einer Überwachungskamera aufgenommen und jetzt ins Internet gestellt worden versehen mit hämischen Kommentaren.

Nach Veröffentlichung des rund sechs Minuten langen Videos wurden Vorwürfe gegen die Polizisten laut, die in dieser Nacht aus einem anderen Grund vor Ort waren. Sie seien mit der Situation überfordert gewesen, kritisiert Olivia Bickerle, die Sprecherin der Bürgerinitiative »Grätsche gegen Rechtsaußen«, der auch Werner Schubert angehört. Zwar hätten die Beamten versucht, dem Mann zu helfen. »Doch sie waren nicht in der Lage, deeskalierend einzuwirken.« Aus diesem Grund hätten die, Anwohner versucht, einen zweiten Streifenwagen anzufordern, doch das sei vehement abgelehnt worden. »Wenn das auf ein personelles Problem zurückzuführen ist, muss Unterstützung vom Land her«, fordert Bickerle. Auch an der Geisteshaltung eines Polizisten stört sie sich: In einem späteren Gespräch mit den Anwohnern sei er gefragt worden, was er an ihrer Stelle tun würde. Seine Antwort: wegziehen, es würde sich ohnehin nichts ändern. Vorwürfe einer anderen Zeitung, nach denen die Polizisten tatenlos zugeschaut hätten, wie Werner Schubert attackiert wurde, weist Polizeipressesprecher Jörg Reinemer zurück: Bei genauem Hinschauen lasse sich auf dem Video erkennen, dass ein Kollege sofort eingeschrittten sei. Der untätige Mann, der von dem Macher des Videos als Polizist gekennzeichnet wurde, sei kein Beamter, sondern Praktikant und habe somit keine Eingriffsbefugnis.

Die Polizei war kurz nach Mitternacht in die Wiesengasse gefahren, weil es dort wieder einmal zu laut zugegangen war. Nachbarn hatten sich über den Partylärm von nebenan beschwert, weshalb die Polizei auch eingriff. Während sie den Störenfried zur Ruhe ermahnte, kam das spätere Opfer hinzu. Wie Schubert selber sagt, habe er den Nachbarn darauf ansprechen wollen, dass dieser offenbar die Kamera vor Schuberts Haus verbogen habe. »Die Hausfront überwachen wir schon jahrelang, nicht erst, seitdem er hier wohnt«, betont der 58Jährige.

Wie auch auf dem Video zu hören ist, blieb es nicht bei einem ruhigen Meinungsaustausch. Schnell wurde es laut, Schimpfworte fielen, »und er hat mir Alkohol ins Gesicht geschüttet«, sagt Schubert. Etwas davon muss wohl auch ein Polizist abbekommen haben, denn der wusch sich, so der Polizeipressesprecher, gerade das Hemd aus, als die Situation wenig später eskalierte, draußen auf der Straße.

Das Video zeigt, .wie der zuvor aufgebrachte Schubert das Haus des Nachbarn relativ ruhig verlässt, im Anwesen gegenüber seinem eigenen verschwindet, mit einer Leiter wiederkommt, sie ans Haus des Nachbarn lehnt und hochsteigt. »Ich habe überlegt, was machst du jetzt, und dachte mir, die Kameras von dem drehst du auch um, dann kann er die Straße nicht mehr überwachen«, erzählt Schubert. »Das war unüberlegt.« An das, was folgt, könne er sich so gut wie nicht mehr erinnern. Doch er rekonstruiert die nächsten Minuten anhand des Videos, »das ich mir bestimmt hundertmal angeschaut habe«. Der Film zeigt, wie Schubert von einem aus dem Haus stürmenden Mann von der Leiter gezerrt und von mehreren Personen überwältigt und zu Boden gedrückt wird. Er wird hin und hergerissen und verliert in dem Gerangel seine Hose. Am Ende flüchtet Schubert halbnackt in sein Haus.

Anzeigen wegen Körperverletzung haben beide Seiten gestellt. Schubert hat eine mehrere Zentimeter lange Platzwunde davongetragen, sein ganzer Körper sei zerkratzt gewesen, weil er über den Gehweg gezogen wurde. Sein Anwalt werde sich aber auch darum kümmern, dass das Video vom Netz genommen wird. Ob das Einstellen rechtmäßig war, überprüft auch die Polizei. Wegen der Vorwürfe gegen die Beamten sei der Fall zudem an die Staatsanwaltschaft Gießen weitergeleitet worden, die aber kein Fehlverhalten der Beamten habe festgestellt können, sagt Polizeisprecher Reinemer.

Auch das Ordnungsamt hat sich eingeschaltet. »Das Video ist eine Steilvorlage«, sagt Amtsleiter Thomas Alber. »Denn es ist ein Hinweis darauf, dass der Mann die Straße mit Kameras überwacht. Zulässig ist aber nur die Überwachung des eigenen Hauseingangs.«

»Wir waren eine gute Gemeinschaft im alten Ortskern von Gettenau bis er hierher gezogen ist«, erzählt Werner Schubert. »Er passt nicht hierher, er passt nicht in diese Welt mit seinem menschenverachtenden Gedankengut. Wir versuchen, dass hier wieder Harmonie reinkommt, aber das ist eine langwierige Sache.«

Entmutigen lassen wollen sich die Anwohner nicht. Am 28. August ist ein Festival »Gemeinsam gegen Rechts« geplant, das die Bürgerinitiative und die Sportjugend auf dem Gettenauer Sportplatz veranstalten. Die Schirmherrschaft hat Bürgermeister Dieter Müller übernommen. Los geht’s um 16 Uhr mit Sport und Spielangeboten für die ganze Familie. Eine Ausstellung zu Rechtsextremismus wird es geben, außerdem eine Fotoaktion mit Prominenten. Der »Rock gegen Rechts« beginnt um 19 Uhr: Fräulein Wunder und Hartmann spielen.

© Wetterauer Zeitung 08.07.2010

 

Lesen Sie hier den Leserbrief von Wolfgang Kaiser – Pfarrer aus Wölfersheim auf diesen Artikel.