Frankfurter Rundschau – Weg mit den Nazi-Tattoos

Wetterau „Old Brothers“ sollen Mitglieder verlieren

Der als „Schlitzer“ bekannte Patrick W., Chef der rechtsextremen Truppe „Old Brothers“, sitzt im Knast und muss sich bald vor dem Landgericht Gießen behaupten, unter anderem wegen Volksverhetzung und Körperverletzung. Eine Anklage wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz und das Kriegswaffenkontrollgesetz ist jüngst dazugekommen – womit sich die „seit Jahren kursierenden Gerüchte um Waffen bei der Gruppe und bei Neonazis in Hessen“ bestätigt hätten, teilte die Antifaschistische Bildungsinitiative Wetterau (AntifaBI) mit.

W.s Inhaftierung sei kein Grund zur Entwarnung. Die übrigen „Old Brothers“ seien auf freiem Fuß und erlebten derzeit einen Wandel: So rekrutierten sie neue, teils kampfsporterprobte Mitglieder. Im Gegenzug aber hätten auch einige der Gruppe den Rücken gekehrt. Aus sicherer Quelle will die AntifaBI wissen, dass sich manch ein Ex-„Old-Brother“ bereits seine Nazi-Tattoos hat überstechen lassen.
Im Juli 2011 hatten Fahnder bei W. vier Kilo Amphetamin und und ein Pfund Marihuana gefunden. Vier Monate saß er deswegen in Untersuchungshaft, bis er im November mit einer Fußfessel wieder entlassen wurde. Doch im März wurden zwei Bewährungsstrafen aufgehoben, und der als Kopf der rechten Truppe „Old Brothers“ geltende W., der auch „Schlitzer“ genannt wird, wanderte wieder hinter Gitter.  

© Frankfurter Rundschau 11.05.2012

 

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