Wetterauer Zeitung – Streit um Trägerschaft des LAP-Projektbüros

Statt der Grätsche gegen Rechtsaußen soll der Förderverein der Kurt-Moosdorf-Schule diese Aufgabe übernehmen 

Die »Grätsche gegen Rechtsaußen« ist nicht mehr Trägerin des Projektbüros vom Lokalen Aktionsplan (LAP) Mittlere Wetterau. Die Aufgabe hat – zum 1. April – der Förderverein der Kurt-Moosdorf-Schule übernommen. Diese Information war am Wochenende einem Papier zu entnehmen, das am LAP-Stand bei der Echzeller Gewerbeausstellung auslag. Der Verein Grätsche will sich mit der Änderung allerdings nicht abfinden und hat Widerspruch gegen den Bescheid eingelegt, den die vier Bürgermeister der am LAP beteiligten Kommunen – Echzell, Reichelsheim, Florstadt und Wölfersheim – unterschrieben hatten.

»Weil der Widerspruch aufschiebende Wirkung hat, sind wir weiterhin Trägerin des Projektbüros«, sagt Grätsche-Vorsitzender Manfred Linss. Bis heute habe man auf den Widerspruch vom 30. März übrigens noch keine Antwort erhalten.

Den Trägerwechsel begründet Thomas Alber von der lokalen Koordinierungsstelle (das sind die vier Gemeinden plus Regionalmanagement Oberhessen) damit, es habe an verschiedenen Stellen einen Dissens mit der Grätsche gegeben. Mehr wollte er wegen des schwebenden Verfahrens nicht sagen, betonte jedoch, man sei weiterhin an einer vertrauensvollen Zusammenarbeit mit der Grätsche interessiert.

Die Situation eskalierte, weil die Grätsche mit ihrem Logo auf den LAP-Werbemitteln – Flyer, Plakate, Roll-ups – vertreten sein wollte. »Wir haben darauf bestanden, dass unser Logo mit drauf ist, weil wir gleichberechtigte Partner sind«, sagt Linss. Auch sei es eine Vorgabe des Bundesministeriums, dass die Projektträger sich mit ihren Logos kenntlich machen. Die Grätsche als gemeinnütziger Träger der externen Koordinierungsstelle, also des Projektbüros, verstehen andere eher als passiven Kooperationspartner. »Die inhaltliche Abwicklung findet statt zwischen lokaler Koordinierungsstelle und Projektbüro«, sagt Alber. Die wichtigste Funktion im Fördersystem hätten ohnehin die einzelnen Projektträger – unter anderem die Grätsche selbst, die nicht nur eigene Projekte auf die Beine stellt, sondern auch Mitglied im Begleitausschuss ist, der über die Fördergelder entscheidet. Der Streit ging am Ende so weit, dass Sabrina Lauster, die Leiterin des Projektbüros, nicht nur aus dem Vorstand, sondern ganz aus der Grätsche ausgetreten ist. Die Vereinsmitglieder fühlen sich ausgegrenzt. »Man will uns loswerden, weil wir unbequem sind, nachhaken, Transparenz wollen«, vermutet Linss. Dabei würde der Verein gerne Träger des Projektbüros bleiben. »Wir leben das LAP-Thema: Toleranz fördern, Kompetenz stärken.
 

© Wetterauer Zeitung 02.05.2012

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