Wetterauer Zeitung – Echzell will wieder Farbe bekennen

Festival »Gemeinsam Gegen Rechtsaußen« steigt am Samstag, 6. August, auf dem Sportplatz Gettenau 
(pm/dab). »Die dramatischen Ereignisse in Norwegen haben gezeigt, dass Demokratie keine Selbstverständlichkeit in den Köpfen aller Menschen ist«, betonen die Mitglieder des Vereins Grätsche gegen Rechtsaußen in einer Pressemitteilung.»Auch im Wetteraukreis sind immer noch ein paar Ewiggestrige aktiv, die sich gegen eine tolerante Gesellschaft und die Grund-werte der Demokratie aussprechen. Sie organisieren sieh in rechtsextremen Gruppen in der Mitte der Gesellschaft und verbreiten ihr braunes Gedankengut unter Jugendlichen.« Aus diesem Grund stellt der Verein zum zweiten Mal ein Festival »Gemeinsam gegen Rechtsaußen« auf die Bühne. Gefeiert wird am Samstag, 6. August, auf dem Sportplatz in Gettenau, bei freiem Eintritt.

 Im vergangenen Jahr hatte noch die Bürgerinitiative »Grätsche gegen Rechtsaußen« das Festival organisiert; mittlerweile ist die Grätsche zum Verein geworden. Vor einem Jahr kamen rund 900 Besucher nach Gettenau. Unterstützt von der Sportjugend Hessen, dem Beratungsnetzwerk Hessen und ortsansässigen Vereinen gelang es der jungen Initiative, auf das Gefahrenpotenzial aufmerksam zu machen, das von einer in Echzell ansässigen rechtsextremen Gruppe rund um den »Schlitzer« ausgeht. Mit dem Festival wurde eine Plattform geschaffen, um aufzuklären, zu informieren und gemeinsam ein friedliches Zeichen in der Gemeinde zu setzen. Für Kinder und Jugendliche gab es eine Sportrallye mit integriertem Quiz zur Ausstellung »Demokratie stärken – Rechtsextremismus bekämpfen«, während sich die Eltern an den Infoständen von Polizei, Antifaschistischer Bildungsinitiative und an-deren Institutionen, die sich mit der Prävention gegen Übergriffe der rechten Szene beschäftigen, informieren konnten. 

Diesmal stehen dem Verein zur Durchführung des Festivals auch Mittel aus dem Bundesprogramm »Toleranz fördern – Kompetenz stärken« zur Verfügung. Als Teil dieses Programms, für das über eine viertel Million Euro in die Wetterau fließt, entsteht derzeit ein Lokaler Aktionsplan. Unterstützt werden sollen Aktionen ziviler Akteure in den eingebundenen Kommunen Echzell, Florstadt, Reichelsheim und Wölfersheim. Aus diesem Grund steht das Festival diesmal auch unter dem Motto »Gemeinsam Gegen Rechtsaußen – Toleranz fördern – Kompetenz stärken«. Am Samstag nächster Woche wollen die Akteure auf dem Gelände des Sportplatzes in Gettenau wieder informieren, beraten und ausklären, aber auch durch ein vielfältiges Tagesprogramm mit anschließendem Konzert Besucher jeden Alters begeistern.  ihr braunes Gedankengut unter Jugendlichen.« Aus diesem Grund stellt der Verein zum zweiten Mal ein Festival »Gemeinsam gegen Rechtsaußen« auf die Bühne. Gefeiert wird am Samstag, 6. August, auf dem Sportplatz in Gettenau, bei freiem Eintritt.  

Meinung sagen in »Blackbox«

Auftakt um 14 Uhr bildet ein ökumenischer Gottesdienst. Um 15 Uhr erfolgt der Startschuss zum Sponsorenlauf und zur Öffnung des Sport- und Spieleparcours. Im Mittelpunkt des Nachmittagsprogramms steht eine Rallye, die Spiel, Sport und. Spaß mit Aufklärung und Information verbinden will. Wer sechs Stationen absolviert hat, bekommt ein Gratis-Getränk. Ein Höhepunkt stellt ein Bungee-Trampolin dar, das die Jugendpflege Echzell organisiert hat. Die Ausstellung »Tatort: Rheinland-Pfalz« der Heinrich-Böll-Stiftung, ergänzt durch einen regionalen Teil von der An-tifaschistischen Bildungsinitiative, stellt den Schlusspunkt der Rallye dar. Ergänzt wird das Angebot durch Discofox- und Selbstverteidigungsworkshops, einen Bogenschießstand, Kinderschminken, eine Tombola sowie Darbietungen des Musikvereins Echzell, des Gesangvereins Einheit Echzell und des Musikzugs der Feuerwehr Blofeld. Außerdem ist eine »Blackbox« aufgebaut, in der jeder sein Statement zum Festival per Videobotschaft abgeben kann. Ab 19.30 Uhr wird’s laut auf der Bühne im Festzelt. Es spielen der heimische Sänger und Songwriter Domi Bade mit seiner Band sowie die Coconut Butts, die fröhlichen Ska-Punk und auch ein bisschen Reggae auf die Bühne bringen. Extra aus Schweden angereist kommen die Jungs von Mary Fay, eine der bekanntesten Newcomer-bands im Bereich Indie/Alter-native. Auch sie wollen ein Zei-chen gegen Rechts setzen. 

© Wetterauer Zeitung 30.07.2011

Echzell bekennt wieder Farbe

Festival „Gemeinsam Gegen Rechtsaussen“ am 06.08.11 ,Sportplatz Echzell-Gettenau

Die dramatischen Ereignisse in Norwegen haben wieder einmal gezeigt, dass die Demokratie keine Selbstverständlichkeit in den Köpfen aller Menschen ist. Das Massaker auf der kleinen Insel Utøya ruft auf tragische Weise ins Bewusstsein, dass auch in Europa die Demokratie den Angriffen einzelner Fanatiker machtlos ausgeliefert ist.

Auch im Wetteraukreis sind immer noch ein paar Ewiggestrige aktiv und sprechen sich gegen eine tolerante Gesellschaft und die Grundwerte der Demokratie aus. Sie organisieren sich in rechtsextremen Gruppen in der Mitte der Gesellschaft und verbreiten ihr braunes Gedankengut gerne unter Jugendlichen.

Im letzten Jahr organisierte die Bürgerinitiative „Grätsche gegen Rechtsaußen“ aufgrund aktueller Vorkommnisse innerhalb kürzester Zeit das 1. Echzell Festival „Gemeinsam gegen Rechtsaußen“. Mit rund 900 Besuchern trotz widrigen Wetterbehältnissen ein Erfolg, der sich sehen lassen konnte. Unterstützt von der Sportjugend Hessen , dem Beratungsnetzwerk Hessen und ortsansässigen Vereinen gelang es der jungen Initiative auf das Gefahrenpotential aufmerksam zu machen, das von einer in Echzell ansässigen rechtsextremen Gruppe ausgeht. Mit dem Festival wurde eine Plattform geschaffen, um aufzuklären, zu informieren und gemeinsam ein friedliches Zeichen in der Gemeinde zu setzen. Für Kinder und Jugendliche gab es eine Sportrallye mit integriertem Quiz zur Ausstellung „Demokratie stärken – Rechtsextremismus bekämpfen“ der Friedrich-Ebert-Stiftung, die im Feuerwehrgerätehaus gezeigt wurde, während sich die Eltern an den Informationsständen von Polizei, Antifaschistischer Bildungsinitiative Friedberg und anderen sozialen Institutionen, die sich mit der Prävention gegen Übergriffe der rechten Szene beschäftigen, informieren konnten. Dieses Zeichen wurde von Seiten der hessischen Politik und einer breiten Öffentlichkeit sehr gerne gesehen und unterstützt.

In diesem Jahr gibt es die BI nicht mehr. Sie wurde auf Bestreben ihrer Mitglieder nach dem Festival zur GRÄTSCHE GEGEN RECHTSAUSSEN e.V. – Verein zur Förderung demokratischen Bewusstseins umformiert. Es entstanden verschiedene Arbeitsgruppen, wie die AG Bildung oder die AG Jugend, die darum bemüht sind, attraktive Angebote für die ortsansässige Jugend und darüber hinaus zu schaffen.

Der Verein hat auch in diesem Jahr wieder ein Festival organisiert. Dieses Mal nicht nur mit der Hilfe der Gemeinde Echzell und ortsansässiger Vereine und Gewerbetreibender der Sportjugend Hessen und dem Beratungsnetzwerk Hessen, sondern auch mit finanziellen Mitteln aus dem Bundesprogramm TOLERANZ FÖRDERN – KOMPETENZ STÄRKEN des Bundesministeriums für Familien, Senioren, Frauen und Jugend. Im Rahmen dieses Programms entsteht derzeit ein Lokaler Aktionsplan für die Mittlere Wetterau von dem nicht nur die zivilen Akteure wie Vereine und Kirchen in Echzell profitieren werden, sondern auch die eingebundenen um liegenden Kommunen Florstadt, Reichelsheim und Wölfersheim.

Das Festival 2011 steht unter dem Motto „Gemeinsam Gegen Rechtsaussen – Toleranz fördern-Kompetenz stärken“ und wird am 6. August auf dem Gelände des Sportplatzes in Echzell-Gettenau wieder informieren, beraten und ausklären, aber auch durch ein vielfältiges Tagesprogramm mit anschließendem Livekonzert Besucher jeden Alters begeistern. Auftakt um 14 Uhr bildet ein ökumenischer Gottesdienst zu dem auch wieder hessische Politiker wie der Landtagsabgeordnete Hermann Schaus (Die Linke) und Staatssekretär Mark Weinmeister (CDU) vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz ihr Kommen angekündigt haben. Um 15:00 erfolgt der Startschuss zum Sponsorenlauf und zur Öffnung des Sport- und Spieleparcours. Im Mittelpunkt des Nachmittagsprogramms wieder die Rallye, die gekonnt Spiel, Sport und Spaß mit Aufklärung und Information verbindet. Jeder kann nach der Absolvierung von 6 frei wählbaren Stationen sich auf ein Gratis-Getränk freuen. Im Zuge der Rallye kann wieder geskatet, gekickt, geklettert und vieles mehr getan werden. Ein besonderes Highlight in diesem Jahr stellt ein Bungee-Trampolin dar, das von der Jugendpflege Echzell organisiert und betreut wird. Die Ausstellung „Tatort: Rheinland-Pfalz“ der Heinrich-Böll-Stiftung ergänzt durch einen regionalen Teil, der von der Antifaschistischen Bildungsinitiative e.V. dankenswerterweise zu Verfügung gestellt wird, stellt den Schlußpunkt der Rallye dar. Ergänzt wird das Angebot durch  Discofox- und Selbstverteidigungsworkshops, eine Tombola mit attraktiven Preisen, den Musikverein Echzell, den Gesangverein „Einheit Echzell“, den Musikzug der freiwilligen Feuerwehr Reichelsheim-Blofeld, einen Bogenschießstand, Kinderschminken und einer Blackbox, in der jeder sein Statement zum Festival per Videobotschaft abgeben kann und soll. Für Speisen und Getränke sorgen ein Imbisswagen und Getränkestand der Grätsche, ein Stand mit vegetarischem Essen des Solmser Hofes, ein Kuchenbuffet der Damen der AsF Reichelsheim sowie eine mobile Cocktailbar.

Ab 19.30 Uhr wird’s dann wieder laut auf der Bühne im Festzelt. Es spielen aus der Region der smarte Singer/Songwriter Domi Bade mit seiner Liveband, aus Deutschland die Coconut Butts, die fröhlichen Ska-Punk und auch ein bisschen Reggae darbieten, sowie extra aus Schweden angereist die Jungs von Mary Fay, eine der herausragenden Newcomerbands im Bereich Indie/Alternative.

Das Ganze ist wie im letzten Jahr wieder eintrittsfrei. Die Grätsche hofft, auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Gäste auf dem Sportplatz in Echzell-Gettenau willkommen heißen zu dürfen. 

 

Vereinsvorstand:

Erste Vorsitzende: Olivia Bickerle

Zweiter Vorsitzende: Manfred Linss

Kassenwart: Kurt Rühl

Schriftführerin: Sabrina Lauster

Pressereferentin: Elena Stoll

Kassenprüfer: Martina Schubert und Peter Kruse

Pressekontakt: Elena Stoll 0174-2052345  

Info-Telefon: 0151 / 21 95 88 58

Im Falle einer Veröffentlichung freuen wir uns über eine kurze Nachricht.

GRÄTSCHE GEGEN RECHTSAUSSEN

Verein zur Förderung demokratischen Bewusstseins

Postfach 1102

61207 Echzell

 

 

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Bild – Hessens Obernazi in Haft

Von Max Schneider und Peter Jülich

Er ist ein knallharter Neonazi! Ein Rassist der Hemden mit dem Aufdruck „Arier“ trägt. Jetzt sitzt der braune Brandstifter in U-Haft! Hessens führendem Glatzkopf drohen mehrere Jahre Knast: Weil er einen Riesenbatzen Drogen schmuggelte.

Patrick Wolf (25) ist DER Mann fürs Grobe bei den Neonazis. Trägt den Spitznamen „Schlitzer“, weil er schon in der Jugend einen Ausländer mit einem Messer traktiert haben soll. Wolf marschiert auf rechten Demos vorneweg. Züchtet Kampfhunde, betreibt ein Tattoostudio mit Naziversandhandel.

Jetzt wird der 25-Jährige für die nächsten Jahre wohl selbst „abgeschoben“!

Staatsanwältin Ute Sehlbach-Schellenberg (Gießen):“Wir werfen dem Beschuldigten vor, dass er Betäubungsmittel in nicht geringer Menge unerlaubt eingeführt hat“. Der rechte Brandstifter ein Drogendealer? Fakt ist: Morgens um 4 Uhr passt ein Polizei-Kommando Patrick Wolf ab. Als er mit seinem Wagen aus Holland zurückkehrt, stürzen sich 20  Zivilbeamte auf das Fahrzeug: Polizei, Hände hoch! Im Wagen 4500 Gramm Amphetamin („Speed“), 600 Gramm Marihuana.

Wolf sitzt in U-Haft – und schweigt! Der Einfuhrschmuggel „kostet“ ihn bei Verurteilung mindestens 2 Jahre Haft. Weil der Neonazi-Schläger noch unter Bewährung stand, dürfte diese jetzt widerrufen und auf die Gesamtstrafe obendrauf geschlagen werden…

© BILD 12.07.2011 


Wetterauer Zeitung – Verdacht auf Drogendeal: »Schlitzer« verhaftet

25-Jähriger soll 4,5 Kilo Amphetamin und 600 Gramm Marihuana ins Land eingeführt haben — Zugriff gestern Morgen

(dab). Der sogenannte Schlitzer ist gestern Morgen festgenommen worden und sitzt inzwischen in Untersuchungshaft. Der polizeibekannte Rechtsextreme, wegen dem es in der Vergangenheit häufig Ärger in der Wiesengasse gegeben hat, soll gegen das Betäubungsmittelgesetz verstoßen haben. Ihm wird vorgeworfen, illegal Drogen nach Deutschland eingeführt zu haben, um damit zu handeln. Konkret geht es um 4,5 Kilogramm Am phetamin und rund 600 Gramm Marihuana. Sollte sich der Verdacht bestätigen, dürfte der 25-Jährige die nächste Zeit hinter Gittern verbringen: Die Mindeststrafe sieht zwei Jahre Gefängnis vor. Der Gettenauer ist zudem noch auf Bewährung, nachdem er im September wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt worden war. Weitere Verfahren gegen ihn sind noch nicht abgeschlossen. Außer ihm wurde gestern auch ein 21-Jähriger festgenommen.

Um kurz nach 4 Uhr am Morgen wurden die Nachbarn in der Wiesengasse aus dem Schlaf gerissen. »Es gab einen Riesenschlag und Geschrei«, erzählte eine Anwohnerin der Wetterauer Zeitung. Zunächst hätten sie und ihr Mann sich gesorgt, dass aus dem Haus des ungeliebten Nachbarn wieder Ungemach droht. Beim Blick aus dem Fenster hätten sie nur gesehen, dass das Hoftor aufstand. »Da haben wir noch nicht realisiert, dass das was mit der Polizei zu tun hat.« Denn die meisten der 15 bis 20 Einsatzkräfte, die sich wohl gerade auf den Weg zum Zugriff und zur anschließenden Hausdurchsuchung machten, seien in Zivil unterwegs gewesen. Doch dann sei ein Ruf zu hören gewesen, der für Klarheit sorgte: »Polizei, Hände hoch.«

Kurz darauf sei ein Mann festgenommen worden, später noch ein zweiter. Es mag der Dunkelheit des frühen Morgens geschuldet sein, dass keiner der Anwohner unter ihnen den »Schlitzer« erkannte. Er sitzt mittlerweile, nachdem er gestern Nachmittag dem Haftrichter vorgeführt wurde, in Untersuchungshaft. Bei dem anderen Mann handelt es sich um einen 21-Jährigen aus dem Kreis Limburg-Weilburg. Bei ihm werde heute entschieden, ob auch er in Haft komme, sagte Ute Sehlbach-Schellenberg, Sprecherin der Staatsanwaltschaft in Gießen. Die Frau des 25-Jährigen wurde ebenfalls vorläufig festgenommen, nach der Vernehmung jedoch wieder auf freien Fuß gesetzt.

Der Zugriff erfolgte, als der »Schlitzer« von seiner mutmaßlichen Drogenfahrt gerade nach Hause kam. »Er wurde auf frischer Tat ertappt«, berichtete Sehlbach-Schellenberg. Der 25-Jährige habe die Drogen noch im Rücksack gehabt. Nach derzeitigem Er-mittlungsstand gehen die Beamten davon aus, dass der Mann sich die Betäubungsmittel in den Niederlanden beschafft hat. Die Mengen deuten darauf hin, dass er damit handeln wollte. »Das fällt nicht mehr unter Eigenbedarf«, sagte Sehlbach-Schellenberg. Wegen des dringenden Tatverdachts des unerlaubten Einführens von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge sei denn auch Haftbefehl ergangen.

Sowohl der »Schlitzer« als auch der 21-Jährige sind laut Polizei und Staatsanwaltschaft »wegen verschiedener Rauschgiftdelikte bereits polizeilich bekannt«. Außer den Drogen fanden die Fahnder im Haus des 25-Jährigen Bargeld, das sichergestellt wurde. Zur Höhe konnte die Staatsanwaltschaft keine Angaben machen.

Während des Polizeieinsatzes in Gettenau, der bis etwa 7.15 Uhr dauerte, sei ein reges Kommen und Gehen zu beobachten gewesen, berichteten die Nachbarn. Nach und nach seien die Rollläden hochgezogen worden, und man habe Menschen mit Handschuhen im Haus arbeiten sehen. Einige Ermittler hätten Gegenstände aus der Hofreite getragen, unter anderem in einem großen blauen Sack. »Das sah nach technischem Gerät aus«, erzählte eine Anwohnerin. Sie befürchtet, dass auch ein Richtmikrofon unter den beschlagnahmten Sachen war. Damit, vermutet sie, habe der »Schlitzer« die Nachbarn abgehört.

Die Anwohner fürchten Konsequenzen nach dem polizeilichen Zugriff.  »Hoffentlich schiebt er uns das nicht wieder in die Schuhe«, sagte eine Frau der WZ. Das Haus des »Schlitzers« war im Januar bereits wegen des Verdachts der Volksverhetzung untersucht worden. Im April stellten die Beamten die Hofreite auf den Kopf, weil der Mann gegen das Waffengesetz verstoßen haben soll. Kurz darauf wurde mit einer Luftdruckwaffe auf das Fenster eines Nachbarn geschossen; außerdem steht der Vorwurf im Raum, der Gettenauer habe den Sohn einer Nachbarin fast überfahren.

Was den Lärmpegel angeht, sei es in letzter Zeit allerdings »sehr, sehr leise« auf der Hofreite geworden, sagte eine Anwohnerin. »Seit einem halben bis dreiviertel Jahr bekommen wir so gut wie nichts mehr mit.« Sie vermutet, die erhöhte Polizeipräsenz habe zu mehr Vorsicht beim »Schlitzer« geführt. Doch offensichtlich war er nicht vorsichtig genug. Denn sollten die Ermittlungen ergeben, dass der 25-Jährige tatsächlich in Drogengeschäfte verwickelt ist, erwartet ihn eine Mindeststrafe von zwei Jahren. »Er muss bei einer Verurteilung mit einer empfindlichen Freiheitsstrafe rechnen«, sagte Ute Sehlbach-Schellenberg von der Staatsanwaltschaft Gießen. Außerdem könne die Bewährungsstrafe vom September widerrufen werde.  

© Wetterauer Zeitung 08.07.2011

HR Online – Neonazi wegen Drogen verhaftet

In Echzell ist ein polizeibekannter Rechtsextremer festgenommen worden. Die Polizei fand bei ihm kiloweise Drogen. Der Mann muss mit einer „empfindlichen Strafe“ rechnen, so die Staatsanwaltschaft.

Drogenfahnder fanden bei dem 25-Jährigen rund vier Kilogramm Amphetamin, 600 Gramm Marihuana und Bargeld, berichtete die Polizei. Geld und Drogen seien sichergestellt worden. Neben dem 25-Jährigen wurde auch ein 21 Jahre alter Mann aus dem Kreis Limburg-Weilburg festgenommen.

Die Staatsanwaltschaft Gießen bestätigte der „Wetterauer Zeitung“, dass es sich bei dem 25-Jährigen um den polizeibekannten Neonazi Patrick W. handelt. Er sitzt inzwischen in Untersuchungshaft und müsse mit einer „empfindlichen Strafe“ rechnen, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Ute Sehlbach-Schellenberg.

Nach Informationen der Zeitung wurde gegen den Mann unter anderem schon wegen unerlaubten Waffenbesitzes ermittelt. Außerdem sei er noch auf Bewährung, nachdem er im September 2010 wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt worden war.

Video zeigt Neonazi-Übergriff

W. soll auch an einem Übergriff von Neonazis auf einen 58-Jährigen beteiligt gewesen sein. Die Attacke vor rund einem Jahr war als Video per Youtube verbreitet worden. Es zeigt, wie mehrere Anhänger der rechten Szene in Echzell den Anwohner angreifen und ihm die Hose vom Leib reißen. Begleitet wird der Film von hämischen Kommentaren. Der eingeschüchterte Mann flüchtet auf dem Video halbnackt in sein Haus.

Bei dem Übergriff wurde der 58-Jährige am Kopf und am Rücken verletzt. Er ist Mitglied einer Bürgerinitiative, die sich gegen Rechtsextremismus in Echtzell engagiert und von der Gemeinde unterstützt wird.  

© Hessischer Rundfunk 2011

 

 

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Frankfurter Neue Presse – „Wir sind wachsam“

Widerstand gegen Rechts

Von Georgia Lori

In der Wiesengasse ist es still geworden. Um das Haus Nummer sechs, wo sich der Rechtsextreme mit seiner Gruppe „Old Brothers“ niedergelassen hatte, machen die Anwohner einen großen Bogen. Schräg gegenüber hängt ein Plakat, das zum Festival „Gemeinsam gegen Rechtsaußen“ einlädt.

Aus der im Februar 2010 gegründeten Bürgerinitiative „Grätsche gegen Rechtsaußen“, die das Festival im vergangenen Jahr erstmals organisierte, ist inzwischen ein Verein zur Förderung demokratischen Bewusstseins geworden. Der richtete sich mit der zweiten Festival- Auflage auf dem Sportgelände in Echzell-Gettenau nicht allein gegen Rechte in Echzell, sondern in der gesamten Wetterau.

In der 6000-Einwohner-Gemeinde gehen auch ohne den Leitwolf der Gruppe intern die Aktivitäten der Rechten weiter. „Seit der in Untersuchungshaft sitzt, wurde jedoch kein einziger Fall mehr wegen rechtsextremer Bedrohung angezeigt“, sagte Polizeihauptkommissar Holger Götzmann vom Polizeipräsidium Mittelhessen, der mit fünf weiteren Kollegen Hintergrunddienst verrichtete.

Dieses Mal blieb die Veranstaltung friedlich. Im vergangenen Jahr hatte es eine Demonstration rechter Gruppierungen gegeben. „Wir sind wachsam. Demokratie ist und bleibt nicht selbstverständlich“, so der Vereinsvize Manfred Linss.

Einzigartig in Deutschland empfindet der Echzeller Bürgermeister und Schirmherr der Veranstaltung, Dieter Müller (SPD), dass die vier Kommunen Echzell, Reichelsheim, Florstadt und Wölfersheim mit zusammen 30 000 Einwohnern Mitglied des Vereins „Grätsche gegen Rechtsaußen“ sind. Das Festival organisierte der Verein gemeinsam mit der Gemeinde Echzell, der Sportjugend Hessen, dem Beratungsnetzwerk Hessen und mit finanziellen Mitteln aus dem Bundesprogramm „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“.

© Frankfurter Neue Presse 2011

 

 

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Frankfurter Rundschau – Neonazi in Haft

„Schlitzer“ soll mit Rauschgift handeln

Bei einer Razzia werden die Beamten fündig: Vier Kilogramm Amphetamine und 600 Gramm Marihuana entdecken sie in der Hofreite des Rechtsextremen Patrick W. in Echzell. Jetzt sitzt der 25-Jährige in Untersuchungshaft.

Der Rechtsextreme Patrick W. , der sich selbst „Schlitzer“ nennt, sitzt in Untersuchungshaft wegen des Verdachtes, Betäubungsmittel unerlaubt eingeführt zu haben. Bei einer Razzia am frühen Mittwochmorgen in W.s Hofreite in Echzell wurden vier Kilogramm Amphetamin und 600 Gramm Marihuana sowie Bargeld sichergestellt. Das teilte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Gießen, Ute Sehlbach-Schellenberg mit.

Mit Patrick W. wurde ein 21-Jähriger aus dem Kreis Limburg-Weilburg festgenommen. Beide sind laut Sehlbach-Schellenberg der Polizei bereits wegen Rauschgiftdelikten bekannt.

Der Verdacht, dass sich beim „Schlitzer“ rechtsextremes und kriminelles Milieu mischen, habe sich damit bestätigt, sagt Andreas Balser von der Antifaschistischen Bildungsinitiative Wetterau (Antifa-BI). Der Drogenhandel sei nur „die Spitze des Eisbergs“.

Unter der Bezeichnung „Old Brothers“ betreibt der 25-jährige W. ein Tätowierstudio, einen Sicherheitsdienst und einen Textilhandel. Die Polizei hat die Hofreite mehrfach durchsucht: im Januar wegen des Verdachtes der Volksverhetzung, weil der Neonazi dort eine Bar betreiben soll, die an die Gaskammern der Nationalsozialisten erinnert. Im April suchten Beamte nach Waffen. (ieb)

© Frankfurter Rundschau 2011

 

 

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