Wetterauer Zeitung – Nach der Verhaftung des »Schlitzers« Erneute Hausdurchsuchung in der Wiesengasse

(chh). Während der »Schlitzer« in Untersuchungshaft sitzt, haben Beamte der Friedberger Polizei erneut seine Hofreite in der Wiesengasse durchsucht. »Es stimmt, dass mehrere Beamte das Anwesen durchsuchen«, bestätigte Polizeisprecher ,Jörg Reinemer auf Anfrage der WZ. »Es handelt sich hierbei um eine Folgemaßnahme der Verhaftung von vor zwei Wochen.« Der 25-Jährige aus Gettenau sitzt seit Mittwoch, 6. Juli, in Untersuchungshaft (die WZ berichtete). Ihm wird vorgeworfen, illegal Drogen ins Land eingeführt zu haben, um damit zu handeln. Er war mit 4,5 Kilogramm Amphetamin und rund 600 Gramm Marihuana im Gepäck festgenommen worden. 

© Wetterauer Zeitung 26.07.2010

Wetterauer Zeitung – Sieben Hunde sichergestellt

(dab). Auf einem Grundstück in der Wiesengasse sind am Freitag sieben Hunde sichergestellt worden. Die mutmaßlich als gefährlich einzustufenden Hunde seien nicht angemeldet, teilte Ordnungsamtsleiter Thomas Alber mit. Auch werde nur für einen Vierbeiner Steuern bezahlt.

Es habe Hinweise darauf gegeben, dass auf dem Grundstück mehrere Hunde gehalten werden, eventuell sogar ein gewerbsmäßiger Handel betrieben wird. Trotz mehrmaliger Aufforderung von Ordnungsamt und Tieraufsicht des Wetteraukreises habe der Eigentümer der Hofreite aber nicht erklärt, welche und wie viele Hunde bei ihm leben.

Sicher ist laut Alber, dass mindestens einer der Hunde ein Pit-Bull-Mix ist. Das hebe auch die Tieraufsicht nach einem Kontrollbesuch im Vorfeld bestätigt. Zwar seien die Hunde nicht auffällig geworden und auch beim Abtransport „lieb“ gewesen — im Gegensatz zu deren Besitzer, der »körperlich gegen die Behördenmitarbeiter vorgegangen« sei. Doch für sogenannte Listenhunde muss ein Fachkunde- und Wesenstest vorgelegt werden, eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen und Hundesteuer bezahlt werden. Ein weiteres Problem in diesem Fall: Dem Mann, der die Hunde vermutlich hält mangele es an der persönlichen Zuverlässigkeit, die vom Gesetzgeber gefordert werde. „Er ist einschlägig vorbestraft, wegen Körperverletzung. Er selber darf die Tiere nicht halten“, erklärte Alber.

Die Hunde sind nun erst einmal im Tierheim untergebracht. Ein Rassegutachten soll klären, ob es sich bei allen um Listenhunde handelt. Auch der Vorwurf des Handels muss geklärt werden. Dem Besitzer droht eine Geldbuße.

© Wetterauer Zeitung 17.07.2010

Wetterauer Zeitung – 58-Jähriger von Rechtsetxremen angegriffen

Video der Tat im Internet aufgetaucht – Vorwürfe gegen Polizisten: Mit der Situation überfordert gewesen

Ein 58jähriger Mann aus der Wiesengasse ist von Anhängern der rechtsextremen Szene angegriffen und verletzt worden. Nachdem Werner Schubert sich mit seinem Nachbarn, seit dessen Zuzug es häufig Ärger in der Straße gibt, gestritten hatte, wurde er von einer Gruppe offensichtlich Gäste des Szenemitglieds zu Boden gerissen, überwältigt und der Hose beraubt. Damit nicht genug: Die Tat, die sich bereits in der Nacht zum 9. Mai ereignete, ist mit einer Überwachungskamera aufgenommen und jetzt ins Internet gestellt worden versehen mit hämischen Kommentaren.

Nach Veröffentlichung des rund sechs Minuten langen Videos wurden Vorwürfe gegen die Polizisten laut, die in dieser Nacht aus einem anderen Grund vor Ort waren. Sie seien mit der Situation überfordert gewesen, kritisiert Olivia Bickerle, die Sprecherin der Bürgerinitiative »Grätsche gegen Rechtsaußen«, der auch Werner Schubert angehört. Zwar hätten die Beamten versucht, dem Mann zu helfen. »Doch sie waren nicht in der Lage, deeskalierend einzuwirken.« Aus diesem Grund hätten die, Anwohner versucht, einen zweiten Streifenwagen anzufordern, doch das sei vehement abgelehnt worden. »Wenn das auf ein personelles Problem zurückzuführen ist, muss Unterstützung vom Land her«, fordert Bickerle. Auch an der Geisteshaltung eines Polizisten stört sie sich: In einem späteren Gespräch mit den Anwohnern sei er gefragt worden, was er an ihrer Stelle tun würde. Seine Antwort: wegziehen, es würde sich ohnehin nichts ändern. Vorwürfe einer anderen Zeitung, nach denen die Polizisten tatenlos zugeschaut hätten, wie Werner Schubert attackiert wurde, weist Polizeipressesprecher Jörg Reinemer zurück: Bei genauem Hinschauen lasse sich auf dem Video erkennen, dass ein Kollege sofort eingeschrittten sei. Der untätige Mann, der von dem Macher des Videos als Polizist gekennzeichnet wurde, sei kein Beamter, sondern Praktikant und habe somit keine Eingriffsbefugnis.

Die Polizei war kurz nach Mitternacht in die Wiesengasse gefahren, weil es dort wieder einmal zu laut zugegangen war. Nachbarn hatten sich über den Partylärm von nebenan beschwert, weshalb die Polizei auch eingriff. Während sie den Störenfried zur Ruhe ermahnte, kam das spätere Opfer hinzu. Wie Schubert selber sagt, habe er den Nachbarn darauf ansprechen wollen, dass dieser offenbar die Kamera vor Schuberts Haus verbogen habe. »Die Hausfront überwachen wir schon jahrelang, nicht erst, seitdem er hier wohnt«, betont der 58Jährige.

Wie auch auf dem Video zu hören ist, blieb es nicht bei einem ruhigen Meinungsaustausch. Schnell wurde es laut, Schimpfworte fielen, »und er hat mir Alkohol ins Gesicht geschüttet«, sagt Schubert. Etwas davon muss wohl auch ein Polizist abbekommen haben, denn der wusch sich, so der Polizeipressesprecher, gerade das Hemd aus, als die Situation wenig später eskalierte, draußen auf der Straße.

Das Video zeigt, .wie der zuvor aufgebrachte Schubert das Haus des Nachbarn relativ ruhig verlässt, im Anwesen gegenüber seinem eigenen verschwindet, mit einer Leiter wiederkommt, sie ans Haus des Nachbarn lehnt und hochsteigt. »Ich habe überlegt, was machst du jetzt, und dachte mir, die Kameras von dem drehst du auch um, dann kann er die Straße nicht mehr überwachen«, erzählt Schubert. »Das war unüberlegt.« An das, was folgt, könne er sich so gut wie nicht mehr erinnern. Doch er rekonstruiert die nächsten Minuten anhand des Videos, »das ich mir bestimmt hundertmal angeschaut habe«. Der Film zeigt, wie Schubert von einem aus dem Haus stürmenden Mann von der Leiter gezerrt und von mehreren Personen überwältigt und zu Boden gedrückt wird. Er wird hin und hergerissen und verliert in dem Gerangel seine Hose. Am Ende flüchtet Schubert halbnackt in sein Haus.

Anzeigen wegen Körperverletzung haben beide Seiten gestellt. Schubert hat eine mehrere Zentimeter lange Platzwunde davongetragen, sein ganzer Körper sei zerkratzt gewesen, weil er über den Gehweg gezogen wurde. Sein Anwalt werde sich aber auch darum kümmern, dass das Video vom Netz genommen wird. Ob das Einstellen rechtmäßig war, überprüft auch die Polizei. Wegen der Vorwürfe gegen die Beamten sei der Fall zudem an die Staatsanwaltschaft Gießen weitergeleitet worden, die aber kein Fehlverhalten der Beamten habe festgestellt können, sagt Polizeisprecher Reinemer.

Auch das Ordnungsamt hat sich eingeschaltet. »Das Video ist eine Steilvorlage«, sagt Amtsleiter Thomas Alber. »Denn es ist ein Hinweis darauf, dass der Mann die Straße mit Kameras überwacht. Zulässig ist aber nur die Überwachung des eigenen Hauseingangs.«

»Wir waren eine gute Gemeinschaft im alten Ortskern von Gettenau bis er hierher gezogen ist«, erzählt Werner Schubert. »Er passt nicht hierher, er passt nicht in diese Welt mit seinem menschenverachtenden Gedankengut. Wir versuchen, dass hier wieder Harmonie reinkommt, aber das ist eine langwierige Sache.«

Entmutigen lassen wollen sich die Anwohner nicht. Am 28. August ist ein Festival »Gemeinsam gegen Rechts« geplant, das die Bürgerinitiative und die Sportjugend auf dem Gettenauer Sportplatz veranstalten. Die Schirmherrschaft hat Bürgermeister Dieter Müller übernommen. Los geht’s um 16 Uhr mit Sport und Spielangeboten für die ganze Familie. Eine Ausstellung zu Rechtsextremismus wird es geben, außerdem eine Fotoaktion mit Prominenten. Der »Rock gegen Rechts« beginnt um 19 Uhr: Fräulein Wunder und Hartmann spielen.

© Wetterauer Zeitung 08.07.2010

 

Lesen Sie hier den Leserbrief von Wolfgang Kaiser – Pfarrer aus Wölfersheim auf diesen Artikel.

FR-Online – Polizei in Echzell – Empörung über rechte Gewalt

Nach dem Bericht über ein Video mit rechtsextremer Gewalt in Echzell weist die Polizei den Vorwurf der Tatenlosigkeit zurück. Die zu sehende Person habe nicht eingreifen dürfen. Von Bruno Rieb

Der Bericht der Frankfurter Rundschau über ein Video mit rechtsextremer Gewalt in Echzell auf der Internetplattform Youtube hat eine Welle der Empörung ausgelöst. Das Medieninteresse an den Verhältnissen in Echzell sei nun enorm, berichtete gestern Olivia Bickerle, Sprecherin der Bürgerinitiative (BI) gegen Rechts in Echzell.

Sie fordert eine stärkere Präsenz der Polizei in der Straße und eine intensivere Beobachtung der Rechtsextremen. Die Polizei sei bei dem Angriff der Rechten überfordert gewesen, urteilt Bickerle.

Die Polizei weist den Vorwurf der Tatenlosigkeit zurück. Zwar habe ein Polizist der Schlägerei nur zugesehen, räumt Jörg Reinmer, Sprecher der Polizei in Friedberg, ein. Es handele sich hier aber um einen Praktikanten, der nicht eingreifen durfte. Das Video zeigt den Mann, wie er auf der Straße – zwischen Streifenwagen und Schlägerei – nur hin und her läuft.

Ein anderer Beamte habe versucht, Schläger und Opfer zu trennen, sagt Reinmer. Dabei habe das Opfer die Hose verloren. Ein dritter Polizist sei in der Hofreite gewesen und habe sein Hemd gereinigt. Die Polizei sei bereits vor Ort gewesen – wegen Ruhestörung, die von der Hofreite des Rechtsextremen ausgegangen sei. Die Musik sei bereits leiser gedreht gewesen, als die Situation eskalierte.

Das Opfer, Bewohner des Nachbarhauses und Mitglied der BI, protestierte gegen die Videokameras des Rechtsextremen. Der hatte mit seinem Tätowierstudio Old Brothers und dem Versand von T-Shirts einschlägige Bekanntheit erlangt. Seine Hofreite nennt er „Old Brothers Castle“.

Zwei Kameras überwachen die Straße. Mit einer wurde das auf Youtube veröffentlichte Video aufgenommen. Es zeigt, wie ein Mann durch einem Schlägertrupp von einer Leiter gezerrt und ihm die Hose ausgezogen wird. Es ist unterlegt mit hämischen Kommentaren und wurde ins Internet gestellt, um die Bürgerinitiative einzuschüchtern.

© FR-Online 2010  

Hessischer Rundfunk – Maintower vom 7.7.2010

Nach dem vergeblichen Versuch die Kameras am gegenüberliegenden Haus, das Haus eines bekannten „national eingestellten“ und vorbestraften Mannes, auf legalem Weg von den Behörden abmontieren zu lassen, wehrte sich Werner Schubert und wurde von Gästen einer Party verletzt und gedemütigt. Bei dem Versuch die Kameras, die nicht nur das Haus von Patrick W. sondern gleich die Häuser gesamte Nachbarschaft mitüberwachte zu demontierenm, wurde er im Beisein einer Polizeistreife massiv angegriffen, wie das Video belegt. Stolz stellte Patrick W. das Video anschließend bei Youtube ein.

 

 

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